15.05.2019, 11:47 Uhr

Karl Obermeier „Nicht nur mein Häuschen, sondern auch ich bin am Ende“


Der Mühldorfer „haust“ auf einer „tickenden Zeitbombe“. Eine defekte Wasserzuleitung hat sein Haus unterspült.

MÜHLDORF/MÖßLING „Ich tu‘ mich normalerweise hart, Schwäche zu zeigen“, so Karl Obermeier. Erst, als die Verzweiflung am größten und die Hoffnung am kleinsten war, postete der Mühldorfer einen Hilferuf auf seiner Facebook-Seite, auf den das Wochenblatt aufmerksam wurde. Ein Ortstermin machte schnell klar, warum das „gestandene Mannsbild“ mit seinen Nerven am Ende ist.

Nach dem Tod seiner Eltern kehrte der Key-Account-Manager Anfang der 2000er in sein Geburtshaus zurück. Klein, gepflegt mit schönem Garten. Mit viel Liebe und noch mehr Arbeit hielt der Mühldorfer sein Häuschen in Schuss. Bis, ja bis er im September 2018 bei Renovierungsarbeiten im Keller fast „vom Blitz getroffen“, ihm der Boden unter den Füßen im übertragenen Sinne weggerissen wurde.

„Wie sich herausstellte, hat eine über 60 Jahre alte, vollkommen verrostete und an mindestens drei Stellen undichte Wasserzuleitung des städtischen Versorgers in Mühldorf zu einer kompletten Unterspülung meines Einfamilienhauses und großen Teilen meines Gartens geführt“, so der Mühldorfer.

Karl Obermeier zieht nachts in seinen Wohnwagen

Inzwischen sind über sechs Monate ins Land gezogen und es hat sich nicht viel geändert, obwohl der städtische Versorger die „Schuld“ anerkannt und seiner Haftpflichtversicherung mitgeteilt hat. Unzählige Gutachten folgten, ebenso Sanierungsarbeiten, die allerdings in den Augen Obermeiers ins Leere laufen.

Seit Februar 2019 habe die Versicherung die Schadensregulierung komplett eingestellt. Für den Mühldorfer ein unhaltbarer Zustand: Seine Lebensgefährtin ist inzwischen aus dem Haus ausgezogen. Er selbst schläft nachts im Wohnwagen, aus Angst vor gesundheitlichen Schäden.

Große Sorge hat der Mittfünfziger und Leiter des Inn-Salzach-Suchhundezentrums um seinen GordonSetter-Rüden „Duke“, dass auch er Schaden nehmen könnte und damit für die Rettung von Verunglückten nicht mehr zur Verfügung steht. Karl Obermeier fühlt sich nicht nur von der Haftpflichtversicherung, sondern auch von Mühldorfs Stadtoberhaupt im Stich gelassen: „Statt warmer Worte und guter Wünsche“ hatte ich gehofft, dass sich Frau Zollner mal ein Bild vor Ort von meiner Lage verschafft“, so der Mühldorfer, der nicht weiß, wie es weitergeht.

Vielleicht können Sie, liebe Leser, helfen. Unter Telefon 0172-8431966 ist Karl für jede Unterstützung und jeden Rat dankbar. Vielleicht gibt es ja auch Betroffene, die sich in einer ähnlich misslichen Situation befinden.


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