12.11.2014, 12:46 Uhr

Pilotprojekt beschäftigt Haushaltsausschuss Mit dem Taxi zur JVA Landshut: Stadt zahlt die Rechnung und fährt günstiger

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Im März hat die Stadt ein Pilotprojekt gestartet, das es Besuchern und Freigängern der JVA Landshut ermöglicht, mit einem Taxi zwischen dem Gefängnis und der Stadt hin und her zu pendeln. Auslöser war ein sattes Minus bei den Stadtbussen der Linie 7a.

LANDSHUT Insgesamt 32.000 Euro aus dem Stadtsäckel opfert die Verwaltung im Versuchsjahr (März 2014 bis März 2015) für die Mobilität zwischen Landshuts "City" und Berggrub, wo die neue JVA ein Stadtrand-Dasein fristet. 

Der Stadtbus der Linie 7a, der die Haftanstalt bislang angefahren ist und - in stark reduzierter Taktzahl - noch immer anfährt, hat in der Vergangenheit ein sattes Minus von rund 83.000 Euro im Jahr eingefahren – und den entsprechenden Handlungsbedarf geschaffen.

"Es kann nicht sein, dass wir den Bus immer leer fahren lassen. Das wäre ökologisch und ökonomisch nicht zu rechtfertigen", erklärt Rupert Aigner die Taxifahrten gegenüber dem Wochenblatt. Die Erfahrungen, die man mit dem Probebetrieb bislang hat sammeln können, seien überdies "positiv", stellt der Stadtkämmerer klar.

Und so funktiert's mit der städtischen "Droschken-Dienstleistung": "Wenn ein JVA-Besucher beispielsweise am Landshuter Hauptbahnhof ankommt, kann er mit seinem Besucherschein in ein Taxi steigen und sich nach Berggrub fahren lassen. Die Fahrer haben von der Stadt entsprechende Abrechnungsscheine", schildert Aigner den praktischen Ablauf, der sich im Fall von Freigängern, die werktags ihren Arbeitsort ansteuern müssen, nicht unterscheidet.

Aufs Jahr gerechnet erspart sich die Stadt auf diese Weise Ausgaben in Höhe von etwa 50.000 Euro. Folglich hat das Projekt, das  am Dienstag bei der Sitzung des Haushaltsausschusses (Foto) diskutiert wurde, ganz sicher seine Berechtigung. Alleine die gesellschaftliche Außenwirkung bereitet so manchem Stadtrat Bauchschmerzen.

"Die Taxifahrten stoßen in der Bevölkerung nicht auf Begeisterung", mahnt Tilman von Küpach. Der Stadtrat der Landshuter Mitte weiter: "Mir sind bei Bürgertreffen schon diverse Beschwerden zu Ohren gekommen. Darunter ältere Damen, die nicht verstehen, warum sie an einer Bushaltestelle stehen müssen, während Freigänger jederzeit mit dem Taxi fahren dürfen." 

Gleichzeitig unterstreicht von Küpach gegenüber dem Wochenblatt seine Wertschätzung für Kämmerer Aigner. Dass das Projekt  mit den verkappten "Anruf-Sammeltaxis" (Aigner) wirtschaftlich Sinn macht, sieht er ein.

Seit dem Projektstart hat die Stadt bis September 2014 15.000 Euro für Taxifahrten zwischen dem Stadtzentrum und der JVA ausgegeben. Aigner: "Ein Wert, der unsere Hochrechnung von 32.000 Euro im Jahr stützt."

Ob die kostenlosen Taxifahrten über die einjährige Probephase hinaus eine Zukunft haben, wird der Stadtrat im kommenden Jahr entscheiden. 

Die Verpflichtung, für ein angemessenes Mobilitätsangebot rund ums Landshuter Gefängnis zu sorgen, ist die Stadt übrigens mit dem Wegzug der Anstalt aus dem unmittelbaren Innenstadtbereich eingegangen.

Um die Kosten aufseiten der Stadtverwaltung zu reduzieren, plant Aigner zudem, Fördermittel über das Programm "Alternative Mobilitätsformen im ländlichen Raum" zu generieren.


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