17.06.2010, 14:19 Uhr

10-Jährige tanzt sich in die Herzen der Münchner Der Ballett-Star aus Landshut

Was für viele Jungen der Traum vom Fußballprofi ist, ist bei unzähligen Mädchen der Traum, später einmal Balletttänzerin zu werden. Einen großen Schritt nähergekommen ist diesem Wunsch die 10-jährige Constanze Allmannsbeck aus Landshut. Vor eineinhalb Jahren tanzte sie in München an der Heinz-Bosl-Stiftung vor, die seit 1978 hochbegabte Studenten des Klassischen Balletts an der Ballett-Akademie der Hochschule für Musik und Theater fördert. Eine deutschlandweit anerkannte und elitäre Einrichtung. Nur wenige schaffen es, dort aufgenommen zu werden. Doch Constanze Allmannsbeck (vorne, li.) tanzte sich sofort in die Herzen der Jury und erhielt prompt einen Platz an der Akademie.

LANDSHUT Das Talent zu tanzen bekam die 10-Jährige quasi in die Wiege gelegt. So leitet ihre Mutter Jutta Kabutke zwei Tanzschulen in Vilsbiburg und Geisenhausen. Die große Schwester macht eine Ausbildung zur staatlich geprüften Sport- und Gymnastiklehrerin mit Schwerpunkt Tanz. Da war es naheliegend, dass auch die kleine Constanze schon früh ihre Leidenschaft fürs Tanzen entdeckte. „Constanze hat mit vier Jahren angefangen. Man hat gleich gemerkt, dass ihr das riesen Spaß macht“, erinnert sich Jutta Kabutke.

Mit neun Jahren, wenn andere Kinder vor der Entscheidung Realschule oder Gymnasium stehen, äußerte Constanze Allmannsbeck dann ihren Eltern gegenüber erstmals den Wunsch, Balletttänzerin zu werden. „Sie hat damals im Internet nachgeschaut, sagte danach, sie wolle Tänzerin werden und bat uns, sie zu unterstützen“, so Constanzes Mutter. Dabei wollte das damals 9-jährige Mädchen ursprünglich auf die Palucca Tanzschule in Dresden. Auch dort tanzte sie wenig später vor und wäre auch genommen werden, doch entschieden sich Constanzes Eltern letztlich gegen diesen Schritt. „Sie war noch so klein. Und sie einfach allein in ein anderes Bundesland schicken, das wollten wir auch nicht.“ So führte der Weg also zur Heinz-Bosl-Stiftung, wo sie nun ihre staatliche Ausbildung zum Bachelor of Arts macht. Bis dahin liegt jedoch noch ein langer und vor allem mühsamer Weg vor Constanze Allmannsbeck. „Es ist wirklich eine knochenharte Ausbildung, die einiges an Ehrgeiz und Disziplin verlangt“, sagt Jutta Kabutke. Sechsmal die Woche, vier Stunden täglich, steht Training in München für die 10-Jährige auf dem Programm. Da stellt sich durchaus die Frage, ob bei einem derart intensiven Übungsplan die Freude am Tanzen nicht irgendwann auf der Strecke bleibt? „Nein, sie macht das nachwievor sehr gern. Sie strahlt bis über beide Ohren, wenn sie tanzen kann. Man muss sie sogar immer wieder einbremsen, weil sie auch nach dem Training gleich wieder durch die Wohnung tanzt“, so Constanzes Mutter. Laut Jutta Kabutke sei ihre Tochter durch die disziplinierte Ausbildung auch menschlich immens gereift. „Sie ist für ihr Alter unglaublich gut organisiert und selbständig.“ Kein Wunder, Constanze tanzte mit ihren jungen Lenzen bereits vor Kulissen von rund 2.500 Zuschauern, unter anderem am Nationaltheater München. Die kleine Ballerina genießt es dabei in vollen Zügen, im Rampenlicht zu stehen. Bei all dem Stress bleibt natürlich nicht viel Zeit für anderweitige Freizeitaktivitäten. Jutta Kabutke: „Da ist zwischendurch schon mal die ein oder andere Träne geflossen, aber mittlerweile hat sie sich schon daran gewöhnt“.


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