29.12.2010, 13:49 Uhr

Bauaufsicht reduziert Zuschauer im Eisstadion "Hilfe, mein Stadion ist geschrumpft"

Foto: GerleignerFoto: Gerleigner

Eigentlich ist es eine eher belanglose Randnotiz: Die Tatsache, dass die Zuschauer-Kapazität des Landshuter Eisstadions von 6.800 auf exakt 4.996 reduziert wurde. Aber auch nur auf den ersten Blick.

LANDSHUT Zwar kommt der Eishockey-Zweitligist aus Dreihelmenstadt in dieser Saison auf einen Zuschauerschnitt von 1.989 und konnte sich bislang nur gegen Rosenheim (4.191) und am vergangenen Donnerstag gegen Kaufbeuren (3.808) über eine „volle Hütte“ freuen. Doch wer weiß, wie es beim nächsten Rosenheimer Gastspiel am 11. Februar aussieht? Oder gar, wenn die Cannibals in die (Pre-)Play-offs einsteigen – und vielleicht sogar noch recht weit kommen?

Da steigt in Landshut traditionell das Eishockey-Fieber in Sekundenschnelle schwindelerregend an und die Tickets gehen schneller über den Tresen als die berühmten warmen Semmeln. „Es kann gut sein, dass wir dann den Hahn zudrehen müssen und nur 5.000 Karten verkaufen dürfen“, schüttelt Manager Bernd Truntschka den Kopf. „Das ist leider nicht zu ändern. Da sind wir den Behörden ausgeliefert.“

Baudirektor Johannes Doll kann erklären, warum die Kapazität heruntergeschraubt werden musste. „Seit 2008 gibt es eine neue Versammlungsstättenverordnung. Und hier ist man bei Stadien mit mehr als 5.000 Zuschauern zu Nachrüstungen verpflichtet.“ Kernpunkte wie eine Lautsprecheranlage, eine Einsatzzentrale für die Polizei oder die Kennzeichnung der Ausgänge und Rettungswege seien am Gutenbergweg kein Problem gewesen. Einzig die Aufrüstung der so genannten Wellenbrecher habe eine unüberbrückbare Hürde dargestellt. „Technisch wäre das sicher machbar gewesen. Alles ist machbar. Aber es stellt sich die Frage, zu welchem Aufwand?“, so Doll weiter. Es habe eine Grobüberlegung gegeben, allerdings keine aussagekräftigen Zahlen. Die große Anzahl der Wellenbrecher statisch einwandfrei zu verankern, wäre ein enormer Aufwand gewesen. Doll: „Da hätten wir weit in die Bausubstanz hinein müssen. Das wäre in keinem Verhältnis gestanden.“

Auch hinsichtlich der aktuellen durchschnittlichen Zuschauerzahlen der Cannibals habe man von diesem sehr großen und vor allem kostenintensiven Projekt letztlich Abstand genommen. Mit der diesjährigen Katastrophe bei der „Love Parade“ in Duisburg habe die Reduzierung des Fassungsvermögens nichts zu tun, so Doll zum Wochenblatt. „Zumal die Nachrüstung bis zum 1. Januar 2010 abgeschlossen hätte sein müssen.“ Man sei also ohnehin schon ein Jahr zu spät dran.

Manager Bernd Truntschka will gar nicht daran denken, sollten mal wieder weit mehr als 5.000 Zuschauer ins Eishockey gehen wollen – und ist richtig sauer: „Sollen wir dann vielleicht in der Eishalle 2 spielen und im Stadion ein Public Viewing machen?“


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