10.07.2013, 09:13 Uhr

Landshuter flimmert in Werbespot über die Mattscheibe "Jeff, ich heiße Jeff!"

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Der Mann als Lustobjekt! Seit Jahren flimmert der Werbespot einer Dating-Seite im Fernsehen über die Mattscheibe. Der Typ dessen Namen sich die Schöne nach einer wilden Liebesnacht partout nicht merken kann, ist ein Landshuter. Jetzt erscheint ein Buch über "Jeff".

LANDSHUT Keine Frage, der Typ hat Schlag bei den Frauen. Es gibt da nur ein kleines Problem: Die holde Weiblichkeit kann sich partout seinen Namen nicht merken. „Musst Du schon los, Mark?“ fragt die Schöne im Werbespot nach einer wilden Liebesnacht. Der vermeintliche Schürzenjäger, der offensichtlich selbst zum Opfer wurde, dreht sich um und erklärt leicht brüskiert: „Jeff, ich heiße Jeff!“ Seit drei Jahren laufen drei dieser Spots für das Dating-Portal „Treffpunkt18.de“ auf nahezu allen großen privaten Fernsehsendern und in den Kinos in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Was kaum einer weiß: Der Lover mit dem offenbar nur schwer zu merkenden Namen, der mittlerweile bekannt ist wie der berühmte bunte Hund, heißt tatsächlich Jeff – und er kommt aus Landshut.

Die Fernsehwerbung hat das Leben von Jeffrey Williams, Hobbyfußballer und Fliesenlegermeister mit eigener Firma für exklusive Badausstattung, umgekrempelt. Jetzt erscheint sogar ein Buch über ihn. Der Titel lautet, wie auch sonst: „Jeff, ich heiße Jeff!“

„Der Spot hat in Deutschland eingeschlagen wie eine Bombe“, erzählt er und grinst frech über seine Kaffeetasse hinweg.

Die Angestellten in seinem Stammcafé, wo er jeden Morgen vor der Arbeit seinen Wachmacher schlürft, kennen ihren TV-Star natürlich. Genauso wie der Rest von Deutschland – und auch im Ausland ist Jeff, das männliche Lustobjekt von Treffpunkt18.de, so etwas wie ein Star. „Ich musste neulich in der Schweiz zum Zahnarzt. Als mich die Sprechstundenhilfe und meinen Namen in den Unterlagen sah, fing die sofort zu kichern an und hat dann gefragt, ob ich nicht der aus der Werbung sei“, erzählt der Sunnyboy.

„Jeff“ kennt jeder – außer einer

So wie in der Praxis geht es Williams mittlerweile dauernd und überall. Egal ob in Berlin an der Discotür oder in München im Kino, Jeff kennt – außer der Frau im Werbespot – einfach jeder.

Dabei ist der hauptberufliche Handwerker, der seit Jahren neben seinem Beruf für eine Münchner Agentur arbeitet, nur durch Zufall Model geworden. „Ich habe damals einen Freund zum Set begleitet. Da hat man mich gefragt, ob ich nicht auch Model werden will.“ Das wollte Williams natürlich – und posierte fortan, wenn er Zeit hatte, für Werbekampagnen, unter anderem in Katalogen.

Schließlich kam das Angebot, das Gesicht für die Dating-Seite im Internet zu werden. „Ich sollte in dem Spot eigentlich Tom heißen oder Mike. Aber das passte ganz und gar nicht zu mir. Ich habe denen dann gesagt, dass ich Jeff heiße. Das fanden die cool.“ Seitdem flimmert Jeff über die Matscheiben Deutschlands. Was den Spot so beliebt macht, ist auch klar: das One-Night-Stand-Opfer ist ausnahmsweise einmal nicht eine Frau, sondern ein Mann.

„Sex-Objekt“ Williams kann damit gut leben. Vor allem, weil der Clip für ihn ein Türöffner in die Glitzerwelt des Fernseh- und Film-Zirkus war. Seit der Spot läuft, wird Williams auf Filmpremieren eingeladen, lernt auf den roten Teppichen die Stars der deutschen Filmwelt kennen und ist selbst schon so etwas wie eine Berühmtheit – jedenfalls, was seinen Wiedererkennungswert betrifft.

So ganz erklären kann er sich den Hype um seine Person zwar nicht. Allerdings genießt er den Trubel auch.

Was in dem Buch, das den vielsagenden Titel „Mein Leben ist kein Werbespot“ trägt, über ihn zu lesen ist? Viel verraten will er darüber nicht. Nur so viel: Es geht um seine durchaus interessante und bunte Lebensgeschichte „und natürlich in erster Linie um Frauen“, erzählt Williams. Die hätten seinen Namen allerdings am Morgen danach noch gewusst, sagt Jeff, grinst breit und rührt seinen Kaffee um.

Wer die Werbung noch nicht kennen sollte: Auf Youtube einfach: „Ich heiße Jeff“ eingeben.


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