31.05.2013, 14:32 Uhr

IHK macht Druck für Straßenbauprojekt Resolution für B15neu

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Eine gemeinsam verabschiedete Resolution für die zeitnahe Realisierung der B 15neu überreichten am Freitag in Landshut die Repräsentanten der IHK-Gremien aus den Landkreisen Landshut, Mühldorf-Altötting und Rosenheim an Staatssekretär Dr. Andreas Scheuer.

LANDSHUT Darin unterstreichen ihre Sicht, dass die B 15neu die „wichtigste Nord-Süd-Verbindung im östlichen Bayern und eine der bedeutendsten Entwicklungsachsen für den gesamten Wirtschaftsraum ist.”

Der niederbayerische IHK-Vizepräsident Hans Graf (Landshut) präsentierte nicht ohne Stolz die erste bezirksübergreifende Gremiumsinitiative für eine Verkehrsverbindung und damit auch die erste nieder- und oberbayerische Allianz. Es sei außerordentlich wichtig, dass sich die Wirtschaft deutliche zu Wort melde und damit den Gegnern von Infrastrukturprojekten Paroli bilden. Die IHK-Repräsentanten sprächen immerhin für rund 48 000 Mitgliedsunternehmen mit etwa 250 000 Beschäftigten.

Gerade auch für Ostoberbayern, so unterstrich stv. IHK-Gremiumsvorsitzender Florian Loserth (Altötting-Mühldorf) sei eine verbesserte Verkehrsanbindung ein entscheidender Standortfaktor. Wegen mangelnder Infrastruktur seien in den vergangenen Jahren immer wieder vielversprechende Anfragen ansiedlungswilliger Unternehmen gescheitert - die Verkehrslage anderer Standorte im Großraum München sei einfach besser: „Das kostet langfristig Arbeitsplätze und Steuereinnahmen, deshalb ist für uns die B 15neu ebenso bedeutsam wie die A 94.”

In der Resolution stellen die IHK-Gremien fest, dass die Schaffung einer bedarfsgerechten, leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur die unerlässliche Voraussetzung für eine weitere positive wirtschaftliche Entwicklung, den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und damit wesentlich für die Prosperität vor allem der ländlichen Räume in Nieder- und Oberbayern sei. Die B 15neu verbinde mit ihrer Erschließungsfunktion nicht nur Zentren in der Oberpfalz, Niederbayern und Oberbayern, sie stelle vielmehr die dringend notwendige überregionale und internationale Anbindung dar.

„Im Endausbau wird sie den längst überfälligen Lückenschluss zwischen den Autobahnen A3 bei Regensburg, der A92 bei Landshut, der A94 bei Dorfen sowie zur A8 und A93 herstellen, die Standortbedingungen besonders in der Fläche erheblich verbessern und die bereits stark ausgeprägte Internationalisierung der ansässigen Unternehmen weiter unterstützen”, heißt es in der Resolution. Die Realisierung der B 15neu stellte daher für die IHK-Gremien neben der Fertigstellung der A94 die wichtigste Infrastrukturmaßnahme mit herausragender regionalwirtschaftlicher und strukturpolitischer Bedeutung dar. „Alle Streckenabschnitte der B 15neu bis zur Anschlussstelle A 8 müssen bei der Aufstellung des Bundesverkehrswegeplanes 2015 dem „Vordringlichen Bedarf plus” zugeordnet und gemeinsam verwirklicht werden, fordern die IHK-Gremien.

Staatssekretär Scheuer zeigte sich dankbar für die Initiative: „Wir brauchen eine positive Stimmung für die Infrastruktur, da dürfen auch einmal die Befürworter laut werden. Meistens melden sich nur die Gegner zu Wort, da tut ein Signal aus der Region gut. Gerade im exportstarken südostbayerischen Raum müssen wir die Verkehrsprojekte transeuropäisch sehen, um die Verflechtungen über die Grenzen hinweg zu bekommen.”

Der niederbayerische und ostoberbayerische Raum könne sich, was die Verkehrspolitik der letzten Jahre angehe, aber sehen lassen, erinnerte der Staatssekretär mit Blick auf die erledigten bzw. geplanten Streckenabschnitte bei der A94 und der B 15neu: So seien für den Abschnitt Saalhaupt - Neufahrn 155 Millionen Euro investiert worden, 62,5 Millionen Euro für das Teilstück Neufahrn - Ergoldsbach, das im Herbst dieses Jahres fertig gestellt werde.

Dazu gebe es noch eine gute Nachricht: Noch heuer sei Baubeginn für die die neun Kilometer zwischen Ergoldsbach und Essenbach mit Kosten von knapp 119 Millionen Euro: „Das ist ein Konjunkturpaket für Ostbayern.” Nicht einfach werde es allerdings wegen des planerischen Umfelds, wenn es um die 15,5 Kilometer zwischen Essenbach und Geisenhausen, die mit 313 Millionen Euro veranschlagt seien, gehe, stellte Scheuer nüchtern fest. „Aber wir werden die Planung mit allen rechtlichen Möglichkeiten und sauber forcieren. Allerdings liegt der Ball nicht allein in Feld der Politik, da spielen die juristischen Auseinandersetzungen eine wichtige Rolle. Sobald die Klagen abgewiesen sind, können die Bagger rollen.”

Der Sprecher der im letzten Jahr gegründeten Initiative „Pro B 15neu”, Karl Zollner, unterstrich die Bedeutung der B 15neu gerade für die exportorientierten Unternehmen der Region, stellte sie als beste Standortsicherung für Handwerk, Handel, Dienstleistung und Industrie sowie als „Motor” für die Sicherung bestehender und Schaffung neuer Arbeitsplätze heraus. Daneben bringe sie auch einen positiven Umweltfaktor: „Die hohe Verkehrsbelastung in Wohngebieten und das tägliche Stauaufkommen mit Abgasen und Lärm werden beispielsweise gerade in Landshut erheblich reduziert.” 


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