30.04.2013, 00:00 Uhr

Na, wo ist er denn? Das Suchspiel mit dem Versuchsballon

Wie es an verschiedenen Orten in der Stadt aussehen könnte, wenn in Weihbüchl an der Ortsgrenze zu Kumhausen ein Windrad errichtet würde, testeten die Stadtwerke am vergangenen Wochenende. Herausgekommen ist dabei unter anderem ein Ballon-Suchspiel.

LANDSHUT Eine Windkraftanlage direkt vor den Toren der Stadt? Wie das aussehen könnte, haben die Stadtwerke Landshut am vergangenen Wochenende am einzigen möglicherweise geeigneten Standort im Stadtgebiet getestet: In Weihbüchl an der Gemeindegrenze zu Kumhausen ließen die Stadtwerke am Freitagmittag einen acht Meter großer Ballon auf 140 Meter Höhe steigen – was der Nabenhöhe einer Windkraftanlage entsprechen würde. Dort wurde der Ballon der Firma CargoLifter dann fixiert und sollte somit symbolisieren, wie hoch ein solches Windrad wäre und von wo aus man es in Landshut sehen würde.

„Seit August 2010 führen wir bereits Messungen durch“, erklärt Stadtwerkeleiter Armin Bardelle. Dabei soll unter anderem untersucht werden, ob der Standort bei Weihbüchl genügend Wind für eine Schwachwindanlage hergibt. Außerdem laufe derzeit auch noch eine artenschutzrechtliche Prüfung. „Mit diesem Versuch kann man sich ein Bild davon machen, wie ein Windkraftwerk an diesem Standort aussehen würde und von wo aus man es überhaupt sehen könnte“, so Bardelle.

In diesem Jahr wollen die Stadtwerke noch weitere Windmessungen an diesem Standort durchführen. Sobald alle Daten komplett ausgewertet sind, soll damit die Wirtschaftlichkeitsberechnung aktualisiert werden. „Die ersten Erkenntnisse aus den Messungen sind positiv und weisen nach wie vor auf einen guten Ertrag hin“, so Bardelle. Auch bei der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung, die noch bis zum Herbst laufe, gebe es bisher keine Einwände.

„Wir haben ja mittels einer Computer-Animation schon festgehalten, dass die Windkraftanlage im Stadtgebiet aus relativ wenigen Blickwinkeln zu sehen sein würde“, erklärt Bardelle. Das historische Stadtbild sehe er deshalb gewahrt. „Ich bin überzeugt, dass der Peiler in Stallwang und das Kernkraftwerk in Niederaichbach wesentlich dominanter sind, als eine Windkraftanlage bei Weihbüchl“, ist sich der Werkleiter sicher.

Einige Kritiker der Windkraftanlage sehen das historische Stadtbild jedoch keineswegs gewahrt. Mit Fotos aus verschiedensten Blickwinkeln der Stadt möchten die Stadtwerke nun demonstrieren, welche Auswirkungen ein Windrad tatsächlich hätte. Von der A 92 kommend wäre das Windrad in Weihbüchl zu sehen. Auch vom Nordfriedhof aus wäre es zu erkennen. Wie die Stadtwerke bereits erwartet hatten, hätte ein Windrad in Weihbüchl jedoch keine Auswirkung auf die Optik von Grieserwiese und Altstadt: Von hier aus wäre die Windkraftanlage nicht zu sehen. Zwischen 5 und 5,5 Millionen Euro würde ein Windrad mit einer Nabenhöhe von 140 Metern und Rotorblättern mit 60 Metern Länge kosten.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass jährlich zwischen sechs und sieben Millionen Kinowattstunden Ertrag erzielt werden könnten. 1.700 bis 2.000 Haushalte könnten damit mit regenerativem Strom versorgt werden.


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