02.10.2012, 00:00 Uhr

Gedenken an NS-Opfer Die ersten Stolpersteine in Landshut sitzen

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Am Dienstag wurden in Landshut die ersten von insgesamt 24 Stolpersteinen verlegt. Absofort kann man auch zwei Messingtafeln in der Theaterstraße bewundern.

LANDSHUT Zahlreiche interessierte Zuschauer haben sich am Dienstagmorgen in der Altstadt eingefunden, um mitzuerleben, wie in Landshut die ersten beiden von insgesamt 24 geplanten Stolpersteinen verlegt wurden. Der Künstler Gunter Demnig, der das Projekt Stolpersteine ins Leben gerufen hatte, das an die Vertreibung und Vernichtung von Juden und politisch Verfolgten im Nationalsozialismus erinnern will, verlegte die ersten Steine in der Theaterstraße.

Stadträtin Gabriele Goderbauer-Marchner begrüßte stellvertretend für Oberbürgermeister Hans Rampf alle Zuschauer, bevor Lea Liberstein zur Einstimmung ein jüdisches Lied anstimmte. Dass so viele Menschen sich an diesem Morgen die Zeit genommen hätten, zeige, so Gerhard Tausche vom Stadtarchiv, dass das Projekt aus der Bevölkerung komme. Es sei auf das Engagement einiger Schul-AGs zurückzuführen.

Jonas Paintner von der AG gegen Faschismus und Rassismus am Hans-Leinberger-Gymnasium sprach von einem „Meilenstein in der Gedenkkultur“ den dieser Tag darstelle. Die Schüler forderten, so Paintner, dass an die Opfer des Nationalsozialismus nicht nur versteckt auf Friedhöfen gedacht werde, sondern dies auch inmitten der Stadt passieren solle.

Am Dienstag wurden insgesamt neun dieser Stolpersteine in Landshut verlegt, weitere 15 sollen noch dazu kommen. „Wir wollen aber nicht alle Steine auf einmal verlegen, sonst besteht die Gefahr, dass das Projekt wieder in Vergessenheit gerät“, so Gerhard Tausche. Nach und nach würden die weiteren Gedenktafeln nach Landshut kommen, die nächsten sollen im kommenden Jahr verlegt werden. Dafür würden auch durchaus noch Sponsoren gesucht, so Tauscher. Inzwischen liegen Stolpersteine in rund 700 Orten in Europa und es sollen noch viele weitere folgen. Ein Stein markiert jeweils ein Opfer des Nationalsozialismus und wird meist an dessen letzten selbst gewählten Wohnorten verlegt.


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