27.10.2010, 10:38 Uhr

Präsident geht – kein Nachfolger in Sicht Machtkampf an der Hochschule Landshut?

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Wenn andere Hochschulen einen neuen Präsidenten wählen wollen oder müssen, dann wird das im Allgemeinen im Vorfeld der breiten Öffentlichkeit bekannt gegeben. In Landshut läuft das ein bisschen anders.

LANDSHUT Zwar sucht man auch an der hiesigen Fachhochschule (FH) einen neuen führenden Kopf, im engeren Umfeld der Hochschule war das allerdings nur den Wenigsten bekannt. Und es wird noch geheimnisvoller: Auch eine Wahl für die Nachfolge  von Prof. Dr. Erwin Blum, dessen Amtszeit am 15. März 2011 ausläuft, hat es (nach Wochenblatt-Informationen am Freitag, 15. Oktober) schon gegeben. Gewusst haben das außer dem wählenden Gremium – dem Hochschulrat – sowie der FH-Leitung ebenfalls wohl nur ganz wenige. Offen ist Blums Nachfolge aber immer noch. Man konnte sich nicht auf einen der drei Bewerber einigen. Insider vermuten jetzt , dass hinter den Kulissen ein Machtkampf tobt.

Auf Anfrage des Wochenblatts hieß es in einer FH-Pressemitteilung vom gestrigen Dienstag: „Die Amtszeit für Präsidenten von bayerischen Hochschulen ist nach dem Hochschulgesetz auf zwölf Jahre beschränkt. Der Präsident der Hochschule  Landshut, Prof. Dr. Erwin Blum, leitet die Hochschule seit 1999, im Jahr  2011 wird seine Amtszeit daher auslaufen.“ Für diesen Zeitpunkt werde ein neuer Präsident gesucht.

Die Antwort auf die Frage, warum man mit der ganzen Angelegenheit erst jetzt an die Öffentlichkeit geht: Man habe bei Blums Abschied im nächsten Jahr gleich einen Nachfolger präsentieren wollen, so Schulsprecher Peter Patzelt.

Aufgegangen ist diese Taktik nicht. Zwar standen „aus der ersten Bewerbungsrunde in Landshut schlussendlich drei Kandidaten zur Abstimmung im Hochschulrat“, so Patzelt. Allerdings habe kein Kandidat die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen können. „Es wird daher eine zweite Ausschreibung für die Position des Präsidenten der Hochschule Landshut geben“, so der Sprecher der Hochschule.

Derweil kursieren Gerüchte, nach denen Blum seinen Wunschkandidaten – das soll ebenfalls ein Senatsmitglied sein – nicht habe durchsetzen, gleichzeitig aber die beiden vom Hochschulrat vorgeschlagenen externen Bewerber habe verhindern können.

Für Patzelt ist das blanke Spekulation. Denn Blum habe mit der Wahl ja gar nichts zu tun. „Ihm liegen aber natürlich die Geschicke der Fachhochschule Landshut am Herzen“, so Patzelt.

Der Hochschulrat setzt sich aus acht externen Mitgliedern sowie Mitgliedern des Senats zusammen. Dem Senat gehören Vertreter der Hochschullehrer, der Mitarbeiter, der Studierenden und die Frauenbeauftragte der Hochschule an.


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