20.05.2020, 07:33 Uhr

Alte Idee neu aufgetischt Widmann will den Bürgerbiergarten


Wegen strenger Auflagen ist aus dem Bürgerbiergarten an einem der schönsten Plätze in Landshut nichts geworden. Kein Wirt wollte die strengen Auflagen erfüllen. Jetzt gibt es einen Interessenten: Festwirt Franz Widmann. Doch nicht jeder ist begeistert.

Landshut. Die Idee des CSU-Stadtrats Maxi Götzer war eigentlich genial: Auf einem der schönsten Plätze in der Stadt Landshut, beim Pavillon neben der Ringelstecherwiese, sollte ein Bürgerbiergarten entstehen. Weil der Stadtrat das mit hohen Auflagen verband, gab es am Ende keine Interessenten mehr. Doch die Corona-Krise verändert so einiges. Jetzt will der Landshuter Festwirt Franz Widmann senior den Bürgerbiergarten doch noch Realität werden lassen. Er ist der einzige Bewerber. Die Aussichten wären also nicht schlecht – eigentlich. Doch es gibt offenbar Misstöne innerhalb der CSU.

„Ja, das stimmt. Ich will den Bürgerbiergarten machen“, bestätigt Franz Widmann auf Anfrage des Wochenblattes. Er habe sich auch schon bei der ersten Ausschreibung für das Projekt interessiert, wegen der hohen Auflagen – unter anderem muss um 22 Uhr Schluss sein – dann aber einen Rückzieher gemacht. Außerdem hatte der Festzeltbetrieb wegen der vielen Volksfeste in Bayern gut zu tun. Damals gab es auch die Corona-Krise noch nicht. „Das hat alles verändert“, sagt Widmann jetzt. Er erkläre sich bereit, alle strengen Auflagen erfüllen zu wollen. „Es ist jetzt eine ganz andere Situation“, sagt er.

Das Equipment für den Biergarten wäre aktuell nicht mehr unterwegs, weil heuer keine Volksfeste mehr stattfinden würden. Auch das Personal stehe in den Startlöchern, weil es sonst nichts bzw. wenig zu tun gebe. „Ich bin überzeugt, dass es gerade in der Corona-Krise eine ganz tolle Geschichte wäre“, sagt Widmann senior. Das findet übrigens auch CSU-Stadtrat Ludwig Zellner. „Der Platz ist einer meiner Lieblingsstellen in Landshut.“ Er erinnere ihn ein bisschen an den Englischen Garten in München. Und auch für die Bürger, glaubt Zellner, wäre es gerade angesichts der Corona-Krise toll, wenn das Projekt von Maxi Götzer und seinem ehemaligen Fraktionskollegen Philipp Wetzstein – er sitzt aktuell nicht mehr im Stadtrat – doch noch Realität werden würde, gerade wegen der tristen Corona-Zeit. Es gibt nach Wochenblatt-Informationen aber auch CSU-interne Stimmen, die vom Projekt an sich zwar begeistert sind, aber nicht vom Bewerber. So soll es in der Fraktionssitzung am Montag durchaus auch Misstöne gegeben haben, als der Name Widmann fiel.

Man darf also gespannt sein, wie die Stadträte im Verwaltungssenat am Montag entscheiden werden.


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