21.12.2011, 10:54 Uhr

Tetra-Mast: Immobilien werden zu Ladenhütern „Häuser sind dann unverkäuflich!"

Immobilienmakler Roman Reicheneder deutet es an: Der 60 Meter hohe Tetra-Sendemast soll nur wenige hundert Meter von der Landshuter Stadtgrenze errichtet werden. Foto: Tobias GrießerImmobilienmakler Roman Reicheneder deutet es an: Der 60 Meter hohe Tetra-Sendemast soll nur wenige hundert Meter von der Landshuter Stadtgrenze errichtet werden. Foto: Tobias Grießer

Seit mehreren Jahrzehnten ist Roman Reicheneder als Dienstleister in der Immobilienbranche tätig. Doch was sich derzeit in Landshut abspielt, ist dem Makler auch neu. „Seitdem der geplante Tetrafunk-Mast bei Aign ein Thema ist, ist es nahezu unmöglich, in der dortigen Umgebung ein Haus zu verkaufen“, schüttelt Reicheneder den Kopf.

LANDSHUT Seit Monaten versuche er im Auftrag eines Kunden, „ein wunderschönes Einfamilienhaus“ an den Mann zu bringen. Doch alle zunächst begeisterten Interessenten würden sofort abwinken, wenn sie vom Makler darauf hingewiesen werden, dass hier ein Tetrafunk-Sendemast errichtet werden soll.

Reicheneder zum Wochenblatt: „Von zehn Interessenten nehmen acht sofort Abstand vom Objekt. Die Leute fühlen sich einfach unwohl, bei dem Gedanken, dass sie sich hier einer unsichtbaren Gefahr aussetzen könnten.“

Zumal es bei der Tetrafunk-Technik noch keine Langzeittests gebe, ob diese für den Menschen schädlich sei. Darum verstehe er nicht, warum man die Technik jetzt überhaupt schon einführen wolle. Reicheneder: „Man kann doch nicht was bauen und dann erst schauen, was passiert. Das sollte eigentlich andersrum sein.“

Der Landshuter Immobilienmakler gibt zu bedenken, dass Häuser in der Nähe eines Tetra-Masten quasi unverkäuflich würden, sollte sich irgendwann herausstellen, dass diese Tetra-Strahlung in irgendeiner Weise schädlich sei. „Wenn das so ist, können die Leute in Aign, aber auch in Kumhausen, Preisenberg, Achdorf sowie am Hofberg und Engelberg ihre Häuser eintüten. Der Sendemast beeinflusst die Immobilienpreise nicht: Denn diese Häuser sind dann schlicht nicht mehr zu verkaufen!“ Es finde sich wohl niemand, der ein Haus kaufe, bei dem er nicht ruhig schlafen könne.

Deshalb sei es für ihn auch verwunderlich, dass bislang „nur“ 1.850 Unterschriften gegen den 60 Meter hohen Sendeturm gesammelt werden konnten. „Von diesen riesigen Antennen sind nicht nur die wenigen Leute in Aign betroffen, sondern vor allem die Landshuter selbst, die die Strahlung voll abbekommen.“


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