02.10.2019, 09:30 Uhr

Die Niedrigzinsen sind schuld Sparkasse Landshut kündigt alte Prämiensparverträge

Auch in der Landshuter Sparkasse hat man alte Prämiensparverträge bereits gekündigt. (Foto:  Alexander Schmid)Auch in der Landshuter Sparkasse hat man alte Prämiensparverträge bereits gekündigt. (Foto: Alexander Schmid)

Für Schlagzeilen hat in den letzten Tagen die Sparkasse München gesorgt, weil sie 28.000 Altsparverträge auf einen Schlag gekündigt hat. Sie ist allerdings nicht die einzige Sparkasse, die diesen Schritt geht. Auch in Landshut beendet man alte Prämiensparverträge, wie der Sprecher der Bank, Thomas Joos, erklärt. Rund 4.000 Sparer mit solchen Verträgen, rund zwei Prozent aller Sparkassen-Kunden, sind betroffen.

LANDSHUT Wie auch in München sieht man sich in dem Landshuter Geldhaus durch die Situation auf dem internationalen Geldmarkt zu diesem Schritt gezwungen, wie Joos bestätigte. In einer offiziellen Stellungnahme der Sparkasse Landshut heißt es: „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich in den zurückliegenden Jahren grundlegend geändert. Ein Ende der lang anhaltenden Niedrigzinsphase ist nicht in Sicht. Die Sparkasse kann nicht auf Dauer Zinsen zahlen, die nicht mehr marktgerecht sind.“

Die bisherige Situation habe zudem eine Quersubventionierung weniger Kunden mit Prämiensparverträgen bedeutet. „Aus diesem Grund machen wir von unserem ordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch, die Prämiensparverträge, die eine Laufzeit von 21 oder mehr Jahren – der höchste Prämiensatz wurde bereits seit dem 15. Laufzeitjahr vergütet – erreicht haben, unter Einhaltung der dreimonatigen Kündigungsfrist zu beenden.“

Die Sparkasse beruft sich auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vom Mai dieses Jahres. Demnach ist eine ordentliche Kündigung von unbefristeten Prämiensparverträgen bei Vorliegen eines sachgerechten Grundes rechtmäßig, sobald der Höchstprämiensatz erreicht ist. Die Niedrigzinsphase wird vom BGH als sachgerechter Grund angesehen.

Einige Kunden der Kreissparkasse Stendal in Sachsen-Anhalt hatten geklagt, sie wollten ihre Verträge aus den Jahren 1996 und 2004 weiterführen, obwohl ihr Prämienziel bereits erreicht war.

„Uns ist diese Entscheidung nicht leichtgefallen und wir haben intensiv alle Aspekte abgewogen. Leider lässt das aktuelle Zinsumfeld keine andere Wahl. Wir werden mit den Kunden aktiv Gespräche führen und alternative Lösungen suchen. Wir sind überzeugt, gemeinsam mit den Kunden jeweils individuell passende Finanzlösungen zu finden“, so die Sparkasse Landshut auf Anfrage. Das gute alte Sparbuch, es hat wohl endgültig ausgedient.


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