23.09.2019, 09:29 Uhr

Gender-Wirbel im Bezirkstag Bezirkstagspräsident Heinrich widerspricht der AfD

Bei der Geschlechter-Schreibregelung bleibt alles beim Alten, sagt Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich. (Foto: Bezirk Niederbayern)Bei der Geschlechter-Schreibregelung bleibt alles beim Alten, sagt Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich. (Foto: Bezirk Niederbayern)

In den sozialen Netzwerken sorgt eine Erklärung der AfD Niederbayern für Aufregung, in der es heißt, dass sie auf einen Antrag des Bezirksrats Fabio Sicker vergangene Woche dafür gesorgt habe, dass kein „Genderwahnsinn“ im Schriftverkehr des Bezirks eingeführt werde. Dieser Darstellung widerspricht Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich (CSU) entschieden.

LANDSHUT „Es gab diesen Antrag, der sinngemäß zwei Punkte enthielt: Zum einen, dass der Bezirk selbst nicht gendern solle, zum anderen, alle Verbände oder Vereine, die diese Sprache verwenden und die Zuschüsse des Bezirks erhalten, zu sanktionieren.“ Die überwiegende Mehrheit der Mitglieder im Bezirksausschuss seien sich einig gewesen, dass Sanktionen gegenüber Verbänden nicht in Frage kommen. Der Antrag wurde daraufhin von der AfD zurückgezogen.

Heinrich stellte eine eigene Formulierung zur Abstimmung, die lautete, dass der Bezirk weiterhin die bisherige Schreibweise verwenden werde. Dieser wurde einstimmig (CSU, SPD, FW, GRÜNE, FDP, AfD) angenommen. Über den ursprünglichen Antrag wurde gar nicht mehr abgestimmt.

„Wir führen also keinen Gender-Stern oder Ähnliches ein, formulieren aber weiterhin so, dass wir alle Geschlechter gleichberechtigt miteinbeziehen“, so Heinrich, der in diesem Zusammenhang auch auf Sprachwissenschaftler verweist, die dies für ausreichend halten.

Mit der Darstellung der AfD hätten die realen Vorgänge nichts zu tun. Wer an sachlicher, konstruktiver Zusammenarbeit interessiert sei, könne den Verlauf der Sitzung nicht so verzerrt darstellen. Es ändert sich letztlich also nichts.


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