16.08.2019, 11:06 Uhr

„Federohr“ wird wieder an Wildnis gewöhnt Verirrter Uhu wollte in einem Hohenthanner Pool baden

Falkner Herbert Winkler versorgte den Uhu kurz nach dem Fund – das Tier wird nun wieder an die Wildnis gewöhnt. (Foto:  Landkreis Landshut)Falkner Herbert Winkler versorgte den Uhu kurz nach dem Fund – das Tier wird nun wieder an die Wildnis gewöhnt. (Foto: Landkreis Landshut)

Der Sommer lädt zwar zum Baden ein: Doch ein Uhu gehört eher weniger zu der Spezies, die bei heißen Temperaturen Abkühlung im kühlen Nass suchen. Dennoch hat ein verirrter Uhu sein Glück in einer Wohnsiedlung in Hohenthann gesucht. Seelenruhig saß der Vogel an einer Poolanlage, die Besitzer verständigten daraufhin einen ansässigen Falkner.

HOHENTHANN Herbert Winkler, ein passionierter Falkner aus Unkofen, hat sich des Tieres angenommen, sich mit viel Hingabe um das Tier mit den stechend orangefarbenen Augen gekümmert – und die Untere Naturschutzbehörde über seinen Neuzugang verständigt.

Wie der Vogel nach Hohenthann kam, ist nicht nachvollziehbar. Im vergangenen Jahr wurden im Landkreis Landshut an drei Orten Brutvorkommen festgestellt. Die „Federohren“ – so werden Uhus auch aufgrund ihrer ausgeprägten Federn am Kopf genannt – nisteten in extra angelegten Brutkästen, einer künstlichen Bruthöhle, aber auch in freier Natur: Eine Naturhöhle in einem Steilhang in einer Kiesgrube hatte sich das Uhu-Weibchen für Ihre Brut ausgesucht.

Uhus sind zu einer Seltenheit geworden, galten längere Zeit als beinahe ausgerottet; der Bestand konnte sich zwar in der Vergangenheit etwas erholen, dennoch wird diese Greifvogel-Art als „gefährdet“, also Kategorie 3 der Roten Liste der bedrohten Tierarten eingestuft. In Bayern leben circa 250 bis 300 Uhu-Paare, in ganz Deutschland sind es in etwa 1.200.

Die Untere Naturschutzbehörde hat den Vogel in die Tierauffangstation Regenstauf transportiert, dort wird er behutsam wieder an ein Leben in der Wildnis gewöhnt.


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