28.05.2019, 14:40 Uhr

Wankender Handelsriese Das Bangen um die Real-Märkte

Der Real-Markt in Ergolding. Foto: Schmid  (Foto: Schmid)Der Real-Markt in Ergolding. Foto: Schmid (Foto: Schmid)

Die Warenhaus-Kette Real steht vor dem Verkauf. Sieben Märkte in ganz Niederbayern mit insgesamt rund 700 Beschäftigten stehen deshalb vor einer ungewissen Zukunft.

LANDSHUT „Einmal hin, alles drin“, lautet der Werbespruch von Real. Vom Wurst-Aufschnitt bis zum Flachbildschirm bekommt man hier tatsächlich alles. „Vor Ort bieten wir ein Konzept von rund 70.000 Artikeln an“, sagt die Pressestelle der Warenhaus-Kette über ihre Landshuter Filiale. Und doch ist die Zukunft der 135 Beschäftigten dort ungewiss, genau wie diejenigen an den anderen sechs Standorten in Niederbayern, in Passau, Straubing, Deggendorf, Pfarrkirchen, Zwiesel und Pocking.

Das Geschäft bei Real mit insgesamt rund 34.000 Angestellten und 279 Filialen in ganz Deutschland läuft schon lange nicht mehr rund und ist in den roten Zahlen. Ein Warenhaus, in dem es alles zu kaufen gibt - im Internetzeitalter ist dieses Konzept überholt. Der Einzelhandelskonzern Metro AG plant deshalb, sich von Real zu trennen. Die Verkaufsverhandlungen mit einem Konsortium, angeführt vom Immobilieninvestor Redos, ist in einer entscheidenden Phase. Schon im Sommer könnte der Verkauf unter Dach und Fach sein. Sicher ist: Bei Real wird es in der nahen Zukunft gravierende Veränderungen geben. Von einer Zerschlagung ist gar die Rede.

„Die Beschäftigten sind verunsichert“, sagt Monika Linsmeier. Sie ist Stellvertretende Bezirksgeschäftsführerin bei der Gewerkschaft Ver.di in Niederbayern und dort zuständig für den Handelsriesen. „Sieben Märkte gibt es in Niederbayern. Rund 700 Menschen arbeiten dort“, sagt sie. Und keiner von ihnen wisse, wie es mit den Arbeitsplätzen weitergehen werde. „Die Verkaufsgespräche sind streng geheim. Wir hoffen, dass in den nächsten Wochen endlich etwas passiert“, so Linsmeier. Was für ein Szenario droht, das kann noch nicht einmal sie abschätzen. „Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt Kaffeesatzleserei“, sagt sie. Doch ihr schwant nichts Gutes. „Ein Immobilienverwerter verwertet nun einmal Immobilien.“ Linsmeier, die laut eigener Auskunft in ständigem Kontakt mit den Betriebsräten steht: „Die Leute haben Angst.“

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