13.05.2019, 09:20 Uhr

April im Mai Mieses Wetter Mai verhagelt die Dultbilanz

Die Dult-Verantwortlichen auf der abschließenden Pressekonferenz. „Die Landshuter lieben ihr Fest“, so Oberbürgermeister Alexander Putz.Foto: SchmidDie Dult-Verantwortlichen auf der abschließenden Pressekonferenz. „Die Landshuter lieben ihr Fest“, so Oberbürgermeister Alexander Putz.Foto: Schmid

Der eher winterlich anmutende Mai hat Festwirten und Schaustellern die Dult verhagelt. Da half es nicht einmal, dass Landshuts großes Volksfest dieses Mal zwölf statt zehn Tage gedauert hat. Trotzdem ist man angesichts der eher schlechten Rahmenbedingungen seitens der Stadt ganz zufrieden. Insgesamt rund 280.000 Besucher wurden trotz des miesen Wetters auf der Grieserwiese gezählt. „Die Landshuter lieben ihre Dult. Ich möchte ein Volksfest sehen, wo bei einem schlechten Wetter so viel Besucher kommen“, zog Oberbürgermeister Alexander Putz am Sonntag eine versöhnliche Bilanz.

LANDSHUT Bestätigt wurde die Einschätzung des OB durch den letzten Dultsonntag. Über 1.700 Besucher wollten das Dult-Boxen sehen, auch das große Festzelt von Festwirt Franz Widmann schon am Mittag gut gefüllt. Trotzdem: „Diese Dult wird garantiert nicht zu den Rekord-Dulten zählen“, sagte Widmann. Zwischen 4.000 und 5.000 Liter Heizöl hatte er wegen der kalten Witterung während der zwölf Festtage verheizt. Dass die Dult länger als sonst dauerte, verursachte deshalb eher mehr Kosten, als dass es Gewinn brachte. Die Besucher, die am 1. Mai gekommen waren, fehlten dann am ersten Dultsonntag. „Die Leute haben eben nur ein gewisses Kontingent für die Dult“, so Widmann. Die gleiche Besucherzahl hätte sich dieses Mal über einen längeren Zeitraum verteilt, so seine Einschätzung.

Aus Sicht der Rettungskräfte, also BRK, Feuerwehr und Polizei, war es eine durchschnittliche Dult. Zwar habe es gleich zur Eröffnung einige schwere Vorfälle gegeben, doch das relativierte sich schnell im Verlauf des Festes. „Es ist ein bisschen so, als würde man im Frühjahr einen Käfig aufmachen“, sagte der Sprecher der Landshuter Polizei, Stefan Scheibenzuber. Die Vorfälle seien mit dem ersten Dulttag rasant gestiegen, doch diese Kurve wäre relativ schnell wieder abgeflacht. Als besondere Vorfälle nannte der Polizeisprecher den Prügelexzess zu Beginn der Dult, als zwei Täter aus dem Landkreis einen 20-Jährigen übel zusammengeschlagen hatten. Beide Täter, ein 19 und ein 20-Jähriger aus dem Landkreis, konnten ermittelt werden. Ebenso wie ein 14-jähriger Taschendieb, der Dultbesucher ihre Geldbörsen geklaut hatte. Er konnte anhand von Videoaufzeichnungen identifiziert werden. Für Schreckmomente hatte eine 23-Jährige gesorgt. Nachdem sie bei „Hau dem Lukas“ dem Betreiber eine Watschn verpasst hatte, widersetzte sie sich auch noch der Festnahme. Dabei, so Scheibenzuber, wollte die junge Frau einem Polizeibeamten die Waffe entreißen. „Sie hatte die Hand bereits auf der Dienstwaffe“, so der Polizeisprecher. Alles in allem sei der weitere Dultverlauf aber friedlich gewesen. „Man darf Vorfälle in der Altstadt und die Dult nicht in einen Topf werfen“, so der Polizeisprecher. Seitens des BRK wurde 1.370 Einsatzstunden abgeleistet. 140 Personen mussten versorgt werden, 25 Dultbesucher wurden mit dem Rettungsdienst abtransportiert, zehn von ihnen, weil sie mächtig einen über den Durst getrunken hatten.

Ganz zufrieden angesichts der schlechten Rahmenbedingungen war auch der Vorsitzende der Marktkaufleute, Christian Buchner. Positiv wertete er, dass der EVL die Meisterschaft auf dem Landshuter Volksfest gefeiert hat. Und noch eine gute Nachricht hatte er aus seiner Sicht: Er habe mit dem Vorsitzenden des Boxklubs, Oliver Wunsch, wieder Frieden geschlossen. Beide hatten sich bei der letzten Dult in die Haare bekommen, als das Boxen erstmals in der Geschichte der Dult, nicht auf dem Festplatz stattgefunden hatte.

Mittlerweile ist die Boxveranstaltung wieder da, wo sie hingehört: Im Festzelt bei der Ringlstecherwiese. Und alles in allem, so der Verantwortliche für die Dult bei der Stadt, Benedikt Neumeier, seien durch das Wetter nur minimale Einbußen zu verzeichnen gewesen. Trotzdem hofft man jetzt darauf, dass das Wetter zur Herbstdult besser ist. Die Biergärten hatten die Festwirte dieses Mal völlig umsonst aufgebaut.


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