10.05.2019, 11:06 Uhr

Schlaflos in Wörth Quietschende Container mitten in der Nacht rauben den Schlaf

Barbara Obermaier und Peter Klaus haben den Kampf gegen den Lärm des Papierwerks Mittler (im Hintergrund) nicht aufgegeben – und werden nun in wenigen Wochen erlöst. (Foto:  Tobias Grießer)Barbara Obermaier und Peter Klaus haben den Kampf gegen den Lärm des Papierwerks Mittler (im Hintergrund) nicht aufgegeben – und werden nun in wenigen Wochen erlöst. (Foto: Tobias Grießer)

Seit Jahren kämpft ein Paar aus Wörth/Isar gegen den nächtlichen Lärm der unweit entfernt liegenden Firma Papierwerk Landshut Mittler. Nach vielen schlaflosen Nächten und dem nimmermüden Kampf gegen die Behörden scheint sich die Angelegenheit für die beiden Betroffenen zum Guten zu wenden.

WÖRTH Mittlerweile sind Peter Klaus und Barbara Obermaier nicht nur im Ort und im Wörther Rathaus bestens bekannt. Auch im Landratsamt und bei der Regierung von Niederbayern sind die beiden Wörther Bürger regelmäßig Thema. Klaus und Obermaier kämpfen „seit knapp drei Jahren gegen den unzumutbaren Lärm“ des Papierwerks Landshut Mittler, der dem Paar regelmäßig den Schlaf raubt. Auch wenn die beiden mittlerweile vielleicht als Querulanten gelten, steht jetzt fest: Peter Klaus und Barbara Obermaier haben recht. Und das Papierwerk muss die Lärmquelle – quietschende Press-Container – beseitigen.

„Im vergangenen Jahr waren es über 100 Lärmnächte, heuer bereits über 40“, sagt Peter Klaus, der jede nächtliche Ruhestörung akribisch notiert. „Schlafen kann ich dann sowieso nicht mehr. Dann notiere ich mir die Daten und schicke gleich eine Beschwerde-Mail an die Gemeinde.“ Dort würden die Nachrichten ans zuständige Landratsamt weitergeleitet. Lange Zeit jedoch ohne durchschlagenden Erfolg. „Auch mehrere Anzeigen bei der Polizei sind ins Leere gelaufen“, sagt Barbara Obermaier. „Erste Messungen des Landratsamtes – nach vorheriger Anmeldung bei der Firma – brachten keine Überschreitungen“, schmunzelt Klaus. „Vielleicht hätte man auch mal unangemeldet überprüfen sollen...“

Erst als die Regierung von Niederbayern Ende letzten Jahres eigene Messungen veranlasst, wendet sich das Blatt. Die Schallpegelmessungen in der Nacht liegen laut Regierung deutlich über den einzuhaltenden Pegeln: „Aus unserer Sicht sind Maßnahmen zur Lärmminderung erforderlich. Besonders auffällig sind die deutlich tonhaltigen Geräusche der Pressen sowie die damit verbundenen Schlaggeräusche.“ Ähnlich sieht es mittlerweile auch das Landratsamt Landshut: „Bei einer Lärmpegel-Messung wurde eine zweimalige Überschreitung der gesetzlich zulässigen Grenzwerte durch die Anlage festgestellt.

Ursache für diese sporadisch auftretenden Quietschgeräusche während des Pressbetriebes ist die unzureichende Schmierung der Press-Container. Der Anlagenbetreiber zeigte sich sehr kooperativ und hat angekündigt, neue Container mit spezieller Schmierung bis spätestens Ende Mai zu installieren. Die Grenzwertüberschreitungen durch die Anlage dürften mit einer erfolgreichen Umrüstung in Zukunft nicht mehr gegeben sein.“

Günther Berninghaus, geschäftsführender Hauptgesellschafter des Papierwerks Landshut Mittler, bestätigt dies auf Wochenblatt-Anfrage. „Wir haben bereits neue Container mit Press-Schmierung bestellt.

Die Container werden noch im Mai geliefert. Nach einem kurzen Umbau sollten die Container Ende Mai, spätestens Anfang Juni in Betrieb sein. Wir lassen uns das Ganze rund 80.000 Euro kosten, sind dann aber auf dem neuesten Stand der Technik.“ Für Peter Klaus und Barbara Obermaier, deren Haus 135 Meter Luftlinie entfernt vom Papierwerk steht, sollte dann in wenigen Wochen die Zeit der schlaflosen Nächte vorbei sein. „Wir können dies kaum erwarten, glauben es aber erst, wenn‘s wirklich ruhig ist.“


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