28.01.2019, 13:16 Uhr

Intensives Jahr für die Wasserwacht Die Ehrenamtlichen waren 4.000 Stunden im Einsatz

Wasserrettungs-Übungen sind ein Schwerpunkt der Ausbildung bei der Wasserwacht. (Foto:  Wasserwacht)Wasserrettungs-Übungen sind ein Schwerpunkt der Ausbildung bei der Wasserwacht. (Foto: Wasserwacht)

Das neue Jahr ist jetzt knapp einen Monat alt und für die Kreiswasserwacht Landshut ist es an der Zeit das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Fast 4.000 Stunden waren die 315 Mitglieder, welche sich auf insgesamt sechs Ortsgruppen verteilen, ehrenamtlich für die Wasserwacht aktiv.

LANDSHUT Über die Hälfte dieser Stunden entfiel auf den Wachdienst. Dabei sorgen die Mitglieder an sieben Wachstationen für die Sicherheit an und in Seen sowie Hallen- und Freibädern. Besonders erfreulich sei, so die Wasserwacht, dass die Wachsaison insgesamt sehr ruhig und ohne größere Zwischenfälle verlief.

Von den zahlreichen Hilfesuchenden waren nur vier schwerer verletzt, sodass die Nachforderung des Rettungsdienstes notwendig war. Lebensgefahr bestand jedoch zu keinem Zeitpunkt. Ansonsten galt es überwiegend kleiner Verletzungen zu versorgen. Neben dem Dienst an den Wachstationen ist das Absichern von Veranstaltungen am Wasser, wie etwa die Feuerwerke der Dulten oder auch dem Fest der Kulturen, eine weitere Aufgabe der Einsatzkräfte. Insgesamt 595 Stunden, verteilt auf acht Veranstaltungen, sorgten die Ehrenamtlichen für Sicherheit. Auch diese Absicherungen verliefen insgesamt ruhig, jedoch waren die Kräfte zweimal gefordert. Kurz vor Beginn des Dultfeuerwerks wurden die Einsatzkräfte zu einer hilflosen Person alarmiert. Diese wurde durch die Einsatzkräfte medizinisch betreut, bis sie an den eintreffenden Rettungsdienst übergeben werden konnte.

Am selben Abend mussten auch die Wasserretter eingreifen. Eine Person war ins Wasser geraten und nicht mehr in der Lage, sich selbst an Land zu retten. Die Person konnte erfolgreich gerettet und an den Rettungsdienst übergeben werden.

Eine der wichtigsten Aufgaben ist der Wasserrettungsdienst. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr stehen die ehrenamtlichen Einsatzkräfte hierzu in Bereitschaft. 2018 ertönte insgesamt neun Mal der Piepser. Dabei leisteten die derzeit 24 Einsatzkräfte in der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) 55 Einsatzstunden zu jeder Tages- und Nachtzeit ab. Das Einsatzspektrum reichte dabei von der Tierrettung über ins Eis eingebrochene Personen bis hin zum Pkw im Wasser. Als besonders erfreulich ist ein Einsatz in der Nähe des Maxwehrs hervorzuheben. Durch vereinte Kräfte von Wasserwacht und Feuerwehr Landshut konnte eine ins Wasser geratene Person an Land gerettet werden.

Damit die Einsatzkräfte im Notfall schnell und professionell reagieren können, sind regelmäßige Aus- und Fortbildungen nötig. Dass dies nicht nur eine leere Floskel ist, sondern von allen Mitgliedern auch gelebt wird, kann man an den beeindruckenden Zahlen ablesen. Mit knapp 1.000 Stunden nimmt dieser Bereich etwa ein Viertel der insgesamt geleisteten Stunden ein. Hier fließen jedoch nur die regelmäßigen Übungen und Fortbildungen mit ein. Die teils sehr aufwendigen Fachausbildungen für die Einsatzkräfte kommen hier noch on top. Wie aufwendig diese Ausbildungen sein können, zeigen etwa die drei neuen Rettungstaucher. Nachdem diese zunächst die Ausbildung zum Wasserretter, welche allein über mehrere Monate hinweg jedes zweite Wochenende in Beschlag nimmt, absolviert haben, begannen sie 2017 mit der Ausbildung zum Rettungstaucher. Hierzu wurden nicht nur durch die Teilnehmer, sondern auch durch die zwei Ausbilder, fast zwei Jahre lang unzählige Wochenenden geopfert.

Die Wasserwacht ist auch in der Breitenausbildung, also der Ausbildung für die Öffentlichkeit, aktiv. Die umfasst neben der Abnahme von unzähligen Schwimmabzeichen auch das Abhalten von Schwimm- und Rettungsschwimmkursen. 2018 konnte die Wasserwacht sieben Schwimmkurse mit über 60 Teilnehmern und zwei Rettungsschwimmkurse mit etwa einem Dutzend Teilnehmer durchführen.

Zwar ist die Wasserwacht auch nicht von den aktuellen Problemen wir Mitgliedermangel oder Bäderschließungen verschont geblieben, insgesamt ist die Situation jedoch die vergangenen Jahre stabil geblieben. Die beiden Hauptprobleme sind, wie in allen anderen Organisationen auch, die Tagesverfügbarkeit von Einsatzkräften der SEG und der Mangel an Mitgliedern die Funktionen bzw. Aufgaben übernehmen. Sehr zufrieden ist man hingegen mit der Nachwuchsarbeit. Über 20 Prozent der Mitglieder sind in den Jugendgruppen organisiert. Jedoch machen sich auch hier die zuvor genannten Probleme bemerkbar. So musste in der Jugendgruppe, aufgrund der begrenzten Wasserzeiten und einem Mangel an Trainern, ein Aufnahmestopp verhängt werden.

Auch in finanzieller Sicht war 2018 ein herausforderndes Jahr. Neben zahlreichen Ersatzbeschaffungen für etwa Wasserretter- und Tauchausrüstungen viel die Ersatzbeschaffung des alten Mannschaftstransportwagens Baujahr 1989 ins Gewicht. Dieser war, insbesondere auf die Sicherheit unserer Einsatzkräfte bezogen, nicht mehr tragbar und musste dringend ersetzt werden. Nach fast einem Jahr Vorbereitungs- und Beschaffungsprozess konnte Mitte des Jahres das Ersatzfahrzeug vom Typ VW T6 beschafft werden. Mittlerweile wurde auch das Fahrgestell geliefert und das Fahrzeug wird derzeit zum Einsatzfahrzeug umgebaut.

Für die Beschaffungen ist die Wasserwacht überwiegend auf Spenden und Zuwendungen angewiesen. So konnte das neue Einsatzfahrzeug nahezu komplett auf Spenden refinanziert werden. Jedoch wird auch das Jahr 2019 nochmals ein finanziell anspruchsvolles Jahr. Die Erneuerung der teils Jahrzehnte alten Tauchausrüstung sowie die Erneuerung und Erweiterung der Wasserretterausrüstung müssen dieses Jahr abgeschlossen werden. Ebenfalls muss, aufgrund neuer Anforderungen, ein Kommandowagen für die Einsatzleiter der Wasserrettung beschafft werden. Auch für diese Investitionen ist die Wasserwacht dringend auf Spenden angewiesen.


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