24.01.2019, 21:29 Uhr

Aufatmen in der Region Landshut K&L schließt 14 Filialen – Ergolding ist nicht betroffen!

Die erst im Februar eröffnete K&L-Filiale in Ergolding bleibt bestehen. (Foto:  Tobias Grießer)Die erst im Februar eröffnete K&L-Filiale in Ergolding bleibt bestehen. (Foto: Tobias Grießer)

Das Weilheimer Modeunternehmen K&L muss im Zuge des Insolvenzverfahrens zu drastischen Maßnahmen treffen – und schließt zum 30. April 14 seiner 54 Filialen. Weiter bestehen bleibt dagegen die Ergoldinger K&L-Filiale direkt an der Landshuter Stadtgrenze. Insgesamt seien knapp 200 Mitarbeiter betroffen, wie das Unternehmen am Donnerstagabend mitteilte.

WEILHEIM/ERGOLDING Das Amtsgericht Weilheim – Insolvenzgericht – hat das Insolvenzverfahren von K&L (K&L GmbH & Co. Handels-KG) planmäßig am 1. Januar 2019 eröffnet. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Form der Eigenverwaltung sei für die angestrebte Sanierung ein geplanter und notwendiger Zwischenschritt, so K&L in einer Erklärung am Donnerstag. Auf den laufenden Geschäftsbetrieb habe dies keine Auswirkungen. „Im Zuge der Restrukturierung werden bis Ende April 2019 insgesamt 14 Filialen geschlossen und die Organisationsstruktur der Hauptverwaltung dementsprechend angepasst. Gleichzeitig forciert K&L die Modernisierung der bestehenden Filialen und die Optimierung des Sortiments.“

„Die insgesamt vorherrschende schwierige Lage und Umsatzentwicklung im Gesamttextilmarkt bestätigt auch im Rückblick nochmals unseren konsequenten Schritt, die Restrukturierung von K&L im Rahmen eines gesteuerten Insolvenzverfahrens zu beschleunigen“, sagte Jens Bächle, Geschäftsführer (CEO) von K&L. Trotz des schwierigen Marktumfelds und des negativen Trends in der gesamten Branche könne K&L auf ein positives Weihnachtsgeschäft sowie einen guten Start ins neue Jahr 2019 zurückblicken.

„Wir haben die letzten drei Monate genutzt, um unser Sanierungskonzept auszuarbeiten und die Neuausrichtung des Unternehmens zu forcieren. Auch bzw. insbesondere der positive Geschäftsverlauf im Dezember und Januar zeigt, dass die bisher eingeleiteten Maßnahmen greifen“, so Bächle.

Im Zuge der Restrukturierung sollen bis Ende April 2019 insgesamt 14 Filialen in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen geschlossen werden. Dies hat die K&L-Geschäftsführung gemeinsam mit dem Betriebsrat nach Zustimmung des Gläubigerausschusses beschlossen. Dem Beschluss war eine sorgfältige Prüfung der sehr unterschiedlichen derzeit 54 Filialstandorte (mit Flächen von 500 bis 3.200 Quadratmeter Verkaufsfläche) vorausgegangen.

„Die Schließung von 14 Filialen ist leider unerlässlich, um K&L wieder nachhaltig in die Profitabilität zurückzuführen und als Ganzes erhalten zu können. Bei allen betroffenen Standorten sehen wir auch unter Annahme günstiger Rahmenbedingungen mittel- bis langfristig nicht die Chance, dass sie einen positiven Ergebnisbeitrag leisten können“, sagt Dr. Christian Gerloff, Geschäftsführer (CRO).

In den zur Schließung stehenden Filialen seien derzeit knapp 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Allen Mitarbeitern werde die Möglichkeit geboten, alternativ in eine der weiter bestehenden 40 Filialen zu wechseln. Das operative Geschäft in den Filialen werde bis zum letzten Verkaufstag ohne Einschränkungen und mit dem aktuellen Sortiment weiterlaufen. Insgesamt werde K&L nach Durchführung der Sanierungsmaßnahmen noch knapp 900 Mitarbeiter beschäftigen.

In den nächsten Monaten würden die im Sanierungskonzept vorgesehenen strategischen und operativen Maßnahmen konsequent umgesetzt. Der Fokus liege dabei unter anderem auf einer sukzessiven Modernisierung der bestehenden Filialen sowie auf einer weiteren Steigerung der Attraktivität der Verkaufsflächen und des Sortiments, so K&L am Donnerstag. „Die Maßnahmen zur weiteren Optimierung des Sortiments umfassen die Konzentration auf Kernlieferanten und Kernsortimente, die Erweiterung des Angebots trendorientierter Ware und Aktionsware zu einem guten Preis-/Leistungsverhältnis sowie den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit mit Partnermarken – mit dem Ziel, die bisherige Flächenproduktivität weiter zu steigern.“

Diese K&L-Filialen schließen zum 30. April: Ingolstadt (Ludwigstraße), Ulm (Hirschstraße), Plauen (Postplatz), Straubing (Ludwigsplatz), Ulm/Blautalcenter (Blaubeurer Straße), Rosenheim (Münchener Straße), Bad Mergentheim (Johann-Hammer-Straße), Mühldorf (Stadtplatz), Ellwangen (Spitalstraße), Neu-Ulm (Bahnhofstraße), Ludwigsburg (Marstall), Hof (Karolinenstraße), Pfaffenhofen (Hauptplatz) und Schongau (Bahnhofstraße).


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