31.12.2018, 08:18 Uhr

Silvester feiern So lasert sich Landshut ins neue Jahr!


Heute ist das Knallen in der Landshuter Innenstadt verboten. Gefeiert wird allerdings trotzdem. Die Stadt hat als Entschädigung eine riesige Lasershow organisiert.

LANDSHUT Fast wäre es ein trister Jahreswechsel für die Landshuter geworden. Aus Angst vor einem Brand im historischen Zentrum hatte die Stadt jegliches Feuerwerk untersagt. Eine riesige Lasershow sollte es deshalb geben. Dumm nur: Die Landshuter Stadträte beschlossen das erst Anfang Dezember. In wenigen Tagen ein Konzept für eine Lichtshow aus dem Boden zu stampfen, für das man sich in Straubing – wo auch nicht geballert werden darf – Monate Zeit nimmt, ist nahezu unmöglich. Andreas Juergens aus Aidenbach im Landkreis Passau rettet den Landshutern jetzt ihre Silvester-Party.

„Die Landshuter hatten Glück. Die Kufsteiner haben mich hängen lassen“, erzählt der 48-Jährige. Denn eigentlich hatte der Lichtkünstler aus Niederbayern geplant, zum Jahreswechsel in der Perle Tirols aufzutreten. Allerdings konnten sich die Österreicher nicht dazu durchringen, einen Ersatz für das spektakuläre Feuerwerk zum bekannten Kufsteiner Vorsilvester anzubieten. Das klassische Feuerwerk wollte man dort nicht mehr, unter anderem aus Gründen der Umwelt- und Lärmbelastung, wie die Tiroler Tageszeitung schreibt.

Der Lichtkünstler aus dem Landkreis Passau hatte deshalb überraschend einen Termin frei und sagte auch sofort zu, als Verkehrsdirektor Kurt Weinzierl aus Landshut bei ihm anfragte. Weinzierl hatte die undankbare Aufgabe, innerhalb kürzester Zeit ein spektakuläres Konzept für eine atemberaubende Lichtshow in der Landshuter Altstadt aus dem Boden zu stampfen.

Eine „brutale“ Vorgabe in der kurzen Zeit, so Weinzierl. Schließlich soll es ein atemberaubendes Spektakel werden.

Genau das kann Juergens bieten. „Ich befasse mich seit über 28 Jahren mit Laser-Licht-Faszinationen“, erzählt der studierte Kommunikationselektroniker. Anfangs machte er das nur nebenberuflich, gründete im Jahr 1989 das Unternehmen „ACLS-Laser Artisic & Creative Laser Shows“. 2016 schließlich zog er dann als freischaffender Lichtkünstler in den Marktflecken im Landkreis Passau und lebt jetzt von seinen Lichtshows.

„Unser Wunsch ist es, dass die Leute es genießen“, sagt Weinzierl, der sich schon auf das Event freut und von einer „atmosphärischen Qualitätssteigerung“ spricht. Dafür wird in Landshut ein gewaltiger Aufwand betrieben. Bespielt werden soll die Fußgängerzone vom Rathaus aus bis hin zur Martinskirche. Die Laser werden in einem abgesperrten Bereich auf einer Bühne vor dem Rathaus auf verschiedenen Ebenen platziert.

Der Hauptlaser wird auf einem neun Meter hohen Turm montiert. Mehrere Nebelmaschinen, die entlang der Altstadt platziert werden, erzeugen die Projektionsfläche für die Lichtshow. Zur Einstimmung spielt Radio Trausnitz ab 23 Uhr Musik, auf die Häuserfassade in der Innenstadt wird kurz vor Mitternacht ein Countdown projiziert. Pünktlich um 0 Uhr beginnt dann die rund 15-minütige Laser-Show des Aidenbachers.

Der freut sich natürlich über den kurzfristigen Auftrag. „Das Show-Programm stammt aus meiner umfangreichen Bibliothek“, erklärt er und verspricht ein „Feuerwerk aus Licht.“ So filigran wie ein Laser könne das keine Rakete in den Himmel zaubern. Es gibt eigentlich nur einen Nachteil gegenüber einem herkömmlichen Feuerwerk. „Eine Rakete schießt man hoch in die Luft, das Feuerwerk kann dann jeder sehen“, sagt Juergens. Wer seine Lasershow erleben wolle, der müsse am 31. Dezember schon in die Landshuter Fußgängerzone kommen, weil die Laser für das Publikum ausgerichtet werden müssten. Für Weinzierl ist das allerdings kein Nachteil. Im Gegenteil: In seinen Augen ist es ein Grund, für ein riesiges Event nach Landshut zu kommen. Mehr kann man sich in Sachen Stadtmarketing eigentlich nicht wünschen.


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