21.12.2018, 10:55 Uhr

Marcel Kohler begleitet die Aktion „Einmal Weihnachtstrucker, immer Weihnachtstrucker!“


Weihnachtsengel on tour: Der Landshuter Marcel Kohler begleitet heuer zum dritten Mal die Johanniter Weihnachtstrucker. Im Wochenblatt erzählt er von seiner Arbeit bei den Johannitern und seinen Eindrücken auf den Weihnachtstrucker-Reisen.

LANDSHUT/OST-EUROPA. Lkw an Lkw, vollgepackt mit Zehntausenden Geschenken – dieser Anblick der Johanniter Weihnachtstrucker in der Landshuter Altstadt sorgt Jahr für Jahr für Gänsehaut am zweiten Weihnachtsfeiertag. Auch heuer macht sich der beeindruckende Konvoi am 26. Dezember (ab 9.40 Uhr offizielle Verabschiedung mit großem Rahmenprogramm vor dem Rathaus) wieder auf, um Menschen, die in Albanien, Bosnien, Rumänien, in der Ukraine sowie in Bulgarien in Armut leben, mit einem kleinen Präsent zu überraschen. Mit dabei sein wird dann auch der Landshuter Marcel Kohler, der bereits zum dritten Mal die „Weihnachtsengel on tour“ unterstützt.

Anfänglich sei es einfach seine journalistische Neugier gewesen, die ihn angespornt habe, die Trucker mit der Kamera zu begleiten, so der ehemalige Chef vom Dienst von isarTV. „Gerade zur Weihnachtszeit gibt es ja unzählige Spendenaktionen. Ich wollte einfach wissen, wo die Pakete hinkommen und quasi hinter die Kulissen schauen.“

Zum anderen seien es aber natürlich auch die Zustände vor Ort, die Spuren hinterlassen hätten. „Da steht halt schon mal ein Kind barfuß mit dünnen Klamotten ohne Jacke im Schnee und zittert. So ein Anblick lässt niemanden kalt. Genauso wenig wie der Anblick, wenn die Weihnachtstrucker in ein Dorf einfahren und sich alle Menschen vor dem Gemeindehaus versammeln. Zu sehen, wie sich die Leute über ein Paket mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln freuen, das ist schon sehr ergreifend.“ Selbst gestandene Männer könnten sich da das ein oder andere Tränchen nicht verkneifen. „Ich bin deshalb ganz froh, dass ich mich hinter dem Sucher meiner Kamera ,verstecken‘ kann“, schmunzelt der 30-Jährige, der auch heuer wieder für die fotografische Dokumentation der Tour zuständig ist.

„Jeder weiß, dass es Menschen auf dieser Welt gibt, denen es nicht so gut geht. Aber das dann mal mit eigenen Augen zu sehen, das lehrt einen schon Demut.“ Marcel Kohler kann sich noch gut daran erinnern, als er vor seinem ersten Truckereinsatz zu Weihnachten ein Paar lange Kniestrümpfe von seinem Vater geschenkt bekommen hätte. „Ich hab das Ganze damals tatsächlich belächelt. Denn wer wünscht sich schon Kniestrümpfe? Aber anschließend war ich unheimlich dankbar dafür, weil es nicht nur einfach richtig kalt war, sondern vor allem, weil ich gesehen habe, dass dort in den Ländern, in die die Weihnachtstrucker fahren, viele froh wären, wenn sie solche Strümpfe hätten. Das erdet einen selbst enorm.“

Sechs Tage wird Marcel Kohler heuer mit den Weihnachtstruckern unterwegs sein. „Dieses Mal geht es für mich nach Zentral-Rumänien. Für die Anreise haben wir zwei Tage eingeplant, an Silvester sollten wir zurück sein – vorausgesetzt, das Wetter und auch der Zoll spielen mit. Sonst kann es natürlich auch später werden. Die Fahrer sind aber auf solche Eventualitäten schon eingestellt. Dann wird Silvester halt auf einem Autobahnrastplatz gefeiert. Das macht ja auch nicht jeder“, schmunzelt der Landshuter, den selbst solche Aussichten nicht von seinem Engagement abhalten. Denn, wie bringt es Marcel Kohler so schön auf den Punkt: „Einmal Weihnachtstrucker, immer Weihnachtstrucker!“


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