06.12.2018, 08:49 Uhr

Finder gesucht „Gefundenes“ Schwert erstaunt die Archäologen


Für die Mitarbeiter der Kreisarchälogie im Landkreis Landshut gehören historisch wertvolle Funde zum Tagesgeschäft – doch diese Entdeckung hat bei Dr. Thomas Richter und seinen Kollegen für Erstaunen gesorgt: Bei einer archäologischen Ausgrabung in der Gemeinde Postau im Landkreis Landshut wurde Anfang November über Nacht ein „Sax“ abgelegt, ein einschneidiges Hiebschwert aus der Zeit der Bajuwaren. Wer die über 1.000 Jahre alte Waffe gefunden hat und woher sie wirklich stammt, ist völlig unklar.

LANDSHUT Der „Sax“ war zur Zeit der Bajuwaren die am weitesten verbreitete Nahkampfwaffe. Die Klinge des gefundenen Objekts ist etwa 47 Zentimeter lang. „Das Stück ist erstaunlich gut erhalten und stammt wahrscheinlich aus dem fortgeschrittenen 7. Jahrhundert. Die Waffe wurde oberflächlich gereinigt, vermutlich mit einer Stahlbürste. Eine professionelle Restaurierung wurde aber nicht vorgenommen“, erklärt Richter.

Fest steht: Der Fund kann nicht aus der Postauer Ausgrabung stammen. Die Waffe wurde an anderer Stelle im Rahmen von Bau- oder anderen Erdarbeiten gefunden. Auch einen Sammelfund, die bei Pflugarbeiten häufiger zutage treten, können die Experten ausschließen. „Die Fundumstände könnten uns aber Aufschlüsse geben, an welcher Stelle des Landkreises sich eine frühe Bajuwarische Siedlung oder möglicherweise ein noch nicht bekannter Begräbnisplatz aus dieser Zeit befindet. Der Fund ist für uns also extrem spannend.“

Jetzt suchen die Kreisarchäologen nach dem Finder des Schwertes. Er soll sich bei den Kreisarchäologen in Landshut melden. „Er hat aber keinerlei Konsequenzen zu fürchten, unabhängig davon ob er das Schwert vor kurzer Zeit oder bereits vor mehreren Jahren gefunden worden ist. Die Meldung wird als gewöhnliche Fundmeldung behandelt“, so Richter.


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