19.10.2018, 11:11 Uhr

„Eine bodenlose Frechheit“ Landshuter Polizei warnte vor einem ehrlichen Unternehmer

Steinreiniger Tobias Lepschy hat nicht nur gegen Betrüger zu kämpfen, sondern jetzt auch gegen die Landshuter Polizei. (Foto:  Tobias Grießer)Steinreiniger Tobias Lepschy hat nicht nur gegen Betrüger zu kämpfen, sondern jetzt auch gegen die Landshuter Polizei. (Foto: Tobias Grießer)

Betrügerische Haustürgeschäfte sind eine uralte Masche – und doch fallen immer wieder Gutgläubige und Leichtsinnige auf diese dreisten Gauner herein. Sei es der dubiose Messerschleifer, der Handwerker mit zufällig freien Terminen, der Vertreter für Reinigungsgeräte oder Telefon- und Stromverträge. Oder der Steinreiniger, der plötzlich an der Haustür klingelt. Dann gibt es aber auch die ehrlichen Unternehmer, die ihre Dienstleistung fachkundig durchführen, aber massiv unter den Gaunern und schwarzen Schafen leiden müssen. Wie Tobias Lepschy.

LANDSHUT Der gelernte Steinmetz hat 2011 sein Geschäft – zunächst nebenberuflich – angemeldet. Seit 2013 kümmert sich der Landshuter ausschließlich um seine Firma „SteinRein“. Lepschy: „Wir stehen für professionelle Steinreinigung!“ Doch die Betrüger, die in seinen Augen immer mehr werden, machen das Geschäft immer schwieriger.

Ein Pressebericht über einen Betrüger, der Steinreinigung an der Haustür im Juli angeboten hatte, habe sofort negative Auswirkungen gehabt. „Zumal ich der einzige professionelle Steinreiniger im Raum Landshut bin“, so der Unternehmer. Gegen die schwarzen Schafe müsse er tagtäglich ankämpfen – mit Zuverlässigkeit, hochwertiger Dienstleistung und fairen Preisen.

Am vorletzten Freitag ist Tobias Lepschy aber aus allen Wolken gefallen. Er hatte einen Termin für eine Besichtigung mit Probereinigung bei einem Wirtshaus in Moosburg vereinbart. Dort angekommen, offenbarte ihm der Wirt, dass er gerade mit der Landshuter Polizei gesprochen habe und man ihn dort explizit vor der Firma „SteinRein“ gewarnt habe. „Wir raten Ihnen von der Firma SteinRein ab“, habe der Beamte zum verunsicherten Gastronomen am Telefon gesagt.

Allerdings wollte man in der Landshuter Dienststelle nur wenige Minuten später – als Lepschy vom Moosburger Lokal aus bei der Polizei nachfragte – nichts mehr von der Warnung wissen und konnte auch nicht mehr nachvollziehen, welcher Beamte sich am Telefon zu dieser Aussage hatte hinreißen lassen. „Ich habe bis heute nichts mehr von der Polizei gehört“, sagt Lepschy enttäuscht. Auch auf Wochenblatt-Anfrage konnte die Landshuter Polizei nicht mehr nachforschen, wer am Freitag, 5. Oktober, am Telefon gesessen war.

Unternehmer Lepschy ist indes freilich ziemlich angefressen: „Das ist eine Rufschädigung höchsten Grades. Ich weiß ja nicht, wie viele Leute sich Rat bei der Polizei holen. Aber wenn da jedes Mal vor meiner Firma gewarnt wird, ist das natürlich extrem geschäftsschädigend.“

Dabei steht der Unternehmer grundsätzlich auf der Seite der Polizei: „Auf meiner Homepage gebe ich in einem eigenen Blog extra Tipps, wie man Gauner bei Haustürgeschäften entlarven kann. Als Dank dafür wird man dann von der Polizei höchstpersönlich angeschwärzt. Das ist eine bodenlose Frechheit!“


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