18.01.2012, 09:46 Uhr

West-Tangente: Der Widerstand formiert sich "Landshut kann sich das nicht leisten"

Schon zu Zeiten von Oberbürgermeister Josef Deimer war das Thema Westtangente ein politscher Dauerbrenner. Jetzt sieht es ganz so aus, als ob der jahrzehntelange Eiertanz um eine Umgehungsstraße im Westen der Stadt endlich beendet wird.

LANDSHUT Das letzte Wort wird heuer wohl der Bürger haben. Projektgegner werden am Montag an Oberbürgermeister Hans Rampf über 3.350 Unterschriften übergeben. Mehr als genug für die Durchführung eines Bürgerentscheids. Eines der Hauptargumente der Gegner: Eine solche Trasse würde keine Entlastung bringen, sie sei vielmehr nichts anderes „als ein Zubringer für Landshut Park“ und etwaige dortige Gewerbe- und Wohngebiete, so Thomas Zetterer und Manfred Schwanner von der BI.

Zwar hatte der Stadtrat am Freitag, 29. Juli, in seiner Sitzung mit einer Mehrheit von 25:16 Stimmen beschlossen, dass für die so genannte äußere Tangente (vom ehemaligen Hitachi-Werk über Flutmulde und Isar bis zur B11 in Höhe Schlossberg) die Planfeststellung eingereicht werden soll.

Allerdings war wohl jedem im Plenum damals klar, dass es einen Bürgerentscheid geben wird. Zur Diskussion stand sogar, ob man diese Entscheidung nicht sofort einem solchen Bürgerentscheid unterwerfen sollte. Mit 18:23 Stimmen wurde das damals relativ knapp abgelehnt.

Das war letztendes aber egal. Fest steht jetzt fast sicher, dass es einen Bürgerentscheid in diesem Jahr gibt – und man darf gespannt sein, wie der ausgehen wird. Die Gegner des Projektes, die sich selbst als „engagierte Landshuter Bürger aus dem Landshuter Westen“ bezeichnen, haben jedenfalls gute Argumente.

„Eine Investition dieser Größenordnung und ein Einschnitt in das beliebte Naherholungsgebiet stehen in überhaupt keiner Relation zum Nutzen“, sagen sie. Tatsächlich würde die Westtangente, die ja vielmehr eine „Spange“ zwischen der B 11 und der Verlängerung des Rennwegs sei, die Luitpoldstraße „kaum spürbar entlasten.“ Das gehe ja sogar aus der Machbarkeitsstudie hervor. Stattdessen würde die B15 ab dem Kupfereck noch mehr belastet, weil Verkehr zugeführt werde und der Landkreis eine Weiterführung der Tangente in den Süden aus Kostengründen „überhaupt nicht in Erwägung zieht“, so Zetterer.

„Für eine Verbindungsstraße dieser Art lohnt es sich nicht, das Naherholungsgebiet im Westen Landshuts zu opfern“, so Zetterer. Und tatsächlich wäre der bauliche Eingriff enorm. Eine solche 2,4 Kilometer lange Trasse würde laut BI Brücken in einer Gesamtzlänge von insgesamt 1.000 Meter brauchen, um die Isarauen, die Flutmulde und den Klötzlmühlbach zu überspannen. Dafür seien Investitionen von zig Millionen notwendig. Die Folgekosten in den nächsten 20 Jahren, etwa für Sanierungsarbeiten an den Brücken, die sicher anfallen würden, seien garantiert noch einmal so hoch. 

Fazit der Projektgegner: Eine hoch verschuldete Stadt wie Landshut könne sich das gar nicht leisten. „Das wäre ungefähr so, als würde die Stadt München eine neue Autobahn durch den Englischen Garten planen“, so Schwanner.

„Wir sind stolz darauf, Landshuter zu sein“, so die Sprecher der Bürgerinitiative und weiter: „Wir sind aber auch stolz auf unser Naherholungsgebiet im Westen der Stadt.“ Und für das werden sie kämpfen.


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