18.07.2018, 12:19 Uhr

Neuer Tarifvertrag für 1.270 Beschäftigte Bäcker in Stadt und Landkreis Landshut bekommen mehr Geld

Zum Juli steigen die Löhne im Verkauf um 2,7 Prozent, in der Produktion und allen anderen Bereichen um 2,5 Prozent. (Foto: pm NGG-Region Niederbayern)Zum Juli steigen die Löhne im Verkauf um 2,7 Prozent, in der Produktion und allen anderen Bereichen um 2,5 Prozent. (Foto: pm NGG-Region Niederbayern)

Sie backen ab sofort größere Semmeln: Die rund 370 in Bäckereien Beschäftigten in der Stadt Landshut und die rund 900 in Bäckereien Beschäftigten im Landkreis Landshut bekommen mehr Geld.

LANDSHUT Zum Juli steigen die Löhne im Verkauf um 2,7 Prozent, in der Produktion und allen anderen Bereichen um 2,5 Prozent. Damit haben gelernte Bäcker und Bäckereifachverkäuferinnen am Monatsende rund 60 Euro mehr auf dem Lohnzettel. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitgeteilt.

Die NGG Niederbayern rät: „Die Beschäftigten sollten unbedingt die nächste Lohnabrechnung prüfen. Denn zusätzlich zur Erhöhung gibt es eine Einmalzahlung von 190 Euro für alle Berufsgruppen.“ NGG-Geschäftsführer Kurt Haberl spricht von einem „guten Ergebnis“ nach einer schwierigen Tarifrunde. Mustafa Öz, Verhandlungsführer der Gewerkschaft: „In den dreimonatigen Verhandlungen haben sich die Arbeitgeber lange nicht bewegt und nur ein ‚Magerangebot‘ von lediglich 1,8 Prozent vorgelegt. Herausgekommen ist dagegen ein richtiges Lohn-Plus für die Arbeitnehmer, denn auch für das kommende Jahr haben wir weitere Lohnsteigerungen zwischen 2,5 Prozent und 2,7 Prozent vereinbart. Das kann sich sehen lassen.“

Mit Blick auf den Fachkräftemangel in der Branche setze der neue Tarifvertrag ein wichtiges Zeichen. „Viele Betriebe in Stadt und Landkreis Landshut haben Probleme bei der Suche nach Fachpersonal. Ob Mehlstaub und Hitze am Ofen oder Stress hinter der Verkaufstheke – die Jobs in der Bäckereibranche sind hart. Umso wichtiger ist ein Verdienst, der zum Leben reicht. Einen Anspruch auf die Lohnerhöhung hat jeder Beschäftigte, der Gewerkschaftsmitglied ist und dessen Arbeitgeber in der Bäckerinnung ist.“

Zugleich appelliert die NGG Niederbayern an die heimischen Bäckermeister, ihren Azubis auch eine Übernahmegarantie zu bieten. Kurt Haberl: „In den meisten Branchen ist es längst Standard, dass man nach der Ausbildung mindestens ein Jahr weiter im Unternehmen arbeiten kann. Wer in der Bäckerei lernt, will auch eine sichere berufliche Perspektive.“ Bislang hätten sich die Arbeitgeber jedoch gegen eine feste Vereinbarung gewehrt.

Nach NGG-Angaben zählt das bayerische Bäckerhandwerk rund 48.000 Beschäftigte. Die Branche ist zunehmend von Großbetrieben geprägt. Vier Prozent der Betriebe erwirtschaften fast zwei Drittel des Umsatzes.


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