16.07.2018, 11:35 Uhr

„Das Nadelöhr ist bewältigt worden“ Baumaßnahmen rund um die 09-Unterführung sind endlich abgeschlossen


Es war eine der komplexesten Baustellen der letzten Jahre in Landshut, die Verkehrsteilnehmer wie Anwohner und die ETSV 09-Vereinsmitglieder gleichermaßen mitunter auf eine harte Geduldsprobe stellte: der Neubau der 09-Unterführung und die Sanierung der Siemensstraße. Nach gut zwei Jahren Bauzeit sind jetzt aber alle Arbeiten termingerecht abgeschlossen, wie Oberbürgermeister Alexander Putz am Montagmorgen bei einem Pressetermin verkündete.

LANDSHUT Mitte Dezember vergangenen Jahres hatte Oberbürgermeister Alexander Putz die 09-Unterführung schon offiziell für den Verkehr freigegeben. In den vergangenen Monaten wurde nun abschließend die verkehrliche Infrastruktur rund um die 09-Unterführung auf Vordermann gebracht. Unter anderem wurde die Siemensstraße im Bereich der Liebigstraße bis zur Ottostraße komplett saniert und erneuert.

„Für die Stadt Landshut war es eine durchaus anspruchsvolle Bauaufgabe und eine unglaublich komplexe Baustelle mit einem minutiös geplanten Bauablauf, da der Zugverkehr bei allen Maßnahmen aufrecht erhalten werden musste. Mein Kompliment deshalb an das Tiefbauamt und alle beteiligten Firmen, dass alles so gut geklappt hat“, so Putz. Natürlich wisse er auch, dass das Verständnis gerade von Verkehrsteilnehmern wie Anwohnern nicht immer groß war, warum die Baumaßnahme so lange dauern würde. „Für den Verkehr war die Baustelle sicher eine Belastung. Aber jetzt ist das Nadelöhr bewältigt worden!“ Besonders lobend erwähnte der OB auch, dass die Baumaßnahmen im Kostenbudget geblieben seien.

Insgesamt hätte die Erneuerung der 09-Unterführung 9,15 Millionen Euro gekostet, wovon die Stadt 70 Prozent und die Bahn 30 Prozent übernommen hätte, so Baudirektor Gerhard Anger, Leiter des Tiefbauamts und stellvertretender Leiter des Baureferats. Die Sanierung der Siemensstraße (Liebig- bis Ottostraße) habe 1,025 Millionen Euro gekostet. Für beide Baumaßannahmen erhält die Stadt Landshut Zuwendungen des Freistaats in Höhe von 65 Prozent. Nach Abzug aller Zuschüsse hätte das gesamte Projekt die Stadt Landshut rund 1,8 Millionen Euro gekostet.

Die Baumaßnahmen zur Erneuerung der über 100 Jahre alten 09-Unterführung starteten im Frühjahr 2016. Zunächst stand die Baumaßnahme ganz im Zeichen der Deutschen Bahn, denn unter Aufrechterhaltung des Eisenbahnbetriebs wurden die Widerlager gebaut, die neue Eisenbahnbrücke neben den Gleisanlagen erstellt und in einer spektakulären Aktion im Dezember 2016 von links (Osten) und rechts (Westen) in die endgültige Lage geschoben. Seitdem lief der Zugverkehr auf den Strecken Landshut/Regensburg und Landshut/Plattling bereits auf der neuen Bahnbrücke, weitgehend unbeeinträchtigt von den weiteren Baumaßnahmen.

Das neue Brückenbauwerk hat eine lichte Weite von 14,85 Meter und eine lichte Höhe von 4,25 Meter. Hierfür wurden rund 361 Tonnen Stahl, 1.700 Kubikmeter Beton, circa 830 Meter Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 120 Zentimeter verbaut. Die reinen Kosten für die Bahnbrücke betragen circa 5,2 Millionen Euro.

Im Dezember 2017 wurde auch die Straße und die neue Grundwasserwanne termingerecht fertiggestellt, sodass der Straßenverkehr wieder ungehindert rollen konnte und OB Putz die 09-Unterführung offiziell für den Verkehr freigab.

Nun sind auch die Straßenbaumaßnahmen und die Restmaßnahmen fertiggestellt. Wichtige Bauphasen im Straßenbau waren die Fertigstellung der Grundwasserwanne, die Fertigstellung der anschließenden Straßenrampen in der Siemens- bzw. der Ergoldinger Straße, die Inbetriebnahme der neuen Unterführung für Fußgänger und Radfahrer als Voraussetzung für den Abbruch der alten Unterführung, die Fertigstellung der Siemensstraße im Bereich zwischen der Liebig- und der Ottostraße, die Inbetriebnahme der Signalanlagen und der Rückbau der Waldschmidtstraße und der Dreisesselstraße.

Außerdem waren diverse Einfriedungen und Grundstückszugänge bei den Anliegernherzustellen – von den unzähligen Bauabschnitten der Stadtwerke und der Telekommunikationsunternehmen zur Anpassung der vorhandenen Leitungen ganz zu schweigen. Als Letztes wurde der Containerstellplatz befestigt und die Bepflanzung der Freiflächen vorgenommen.

Alle Baumaßnahmen sind nun soweit abgeschlossen, dass die neue Unterführung wieder uneingeschränkt zur Verfügung steht.


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