05.07.2018, 11:27 Uhr

Entwidmung der Altdorfer Gleisanlage „Diese Bahnstrecke kann sinnvoller genutzt werden“

Die SPD/PLW-Kommunalpolitiker mit dem Bundestagsabgeordneten Martin Burkert, mit der SPD-Abgeordneten Ruth Müller und mit dem Kreistiefbaumeister Christian Nagl beim Ortstermin. (Foto: pm)Die SPD/PLW-Kommunalpolitiker mit dem Bundestagsabgeordneten Martin Burkert, mit der SPD-Abgeordneten Ruth Müller und mit dem Kreistiefbaumeister Christian Nagl beim Ortstermin. (Foto: pm)

Wenig Verständnis haben viele Altdorfer für die noch gewidmete Bahnstrecke über Ganslberg und Pfettrach bis nach Unterneuhausen. Seit zwei Jahrzehnten versucht auch die Marktgemeinde zu erreichen, dass diese ab und zu noch für „Nostalgie-Fahrten“ genutzte Bahnstrecke aufgelassen wird. Dieses Thema hat nun die SPD/PLW-Fraktion wieder aufgegriffen, weil angeblich die Bayern-Bahn überlegt, angesichts eines hier notwendigen Instandhaltungs-Bedarfs die Gleisnutzung gänzlich einzustellen.

ALTDORF Zu einem Ortstermin an der kritischen Kreuzung „Äußere Parkstraße – Sonnenring – Thüringer Straße“, die von der Bahnstrecke durchquert wird, trafen sich nun der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Burkert, die Landtagsabgeordnete Ruth Müller und Kreisrat Gerhard Babl mit 2. Bürgermeister Georg Wild und einigen SPD/PLW-Gemeinderatsmitgliedern sowie nicht zuletzt mit dem Kreistiefbaumeister Dipl.-Ing. Christian Nagl. Dieser erinnerte hierbei an die für den Landkreis bestehende Ausgangslage, vorerst an dieser Kreuzung keinen Verkehrskreisel bauen zu wollen. „Eine gewidmete Bahnstrecke würde hier unverhältnismäßig teure Lichtzeichen- und Schrankenanlagen erfordern. Neuere Informationen dazu habe ich nicht“.

Deutliche Kritik an dieser bereits „verwilderten Bahnstrecke“ übte die SPD/PLW-Fraktionsvorsitzende Sabine Wimmer. Als Anrainerin verstehe sie keinesfalls das Festhalten an dieser Gleisanlage. In den Wintermonaten werden dort wochenlang Waggons „geparkt“. Dieser Anblick sei für Anrainer und auch für Mitbürger eine Zumutung.

Die Bahnstrecke erschwert, wie 2. Bürgermeister Georg Wild zu verstehen gab, auch die Neutrassierung der Bundesstraße B 299 im Hinterland, weil dort teure Unter- oder Überführungsbauwerke notwendig wären. „Hier werden unnötig Steuermittel vergeudet“, zeigt sich Marktgemeinderätin Christine Kollmeier überzeugt. Nach Meinung von Georg Wild muss sich die Bayern-Bahn schon fragen lassen, ob und inwieweit sie ein solches Finanzgebaren vertreten kann.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Burkert schlug vor, dass die Marktgemeinde erneut wegen der Entwidmung dieser Bahnstrecke bei der Regierung von Oberbayern vorstellig wird. Laut Marktgemeinderat Hans Seidl fahren derzeit die „Nostalgie-Züge“ sowieso nur noch bis Arth, weil offenbar auf der weiteren Strecke einige Brücken saniert werden müssten.

Laut Antwort des Staatsministeriums auf die Anfrage der Abgeordneten Ruth Müller ist derzeit lediglich die Strecke Landshut/HBF bis Streckenkilometer 7,7 uneingeschränkt befahrbar. Weitere Nachfragen von Eisenbahnunternehmen bestehen derzeit nicht.

Nach den Worten der Landtagsabgeordneten Ruth Müller hat diese Bahnstrecke schon längst ihren eigentlichen Sinn verloren, nachdem das Teilstück von Unterneuhausen bis Rottenburg bereits abgebaut worden ist.

Für eine Reaktivierung im Sinne eines funktionsfähigen Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ist die Strecke nicht mehr geeignet. In Altdorf könnte man, so Georg Wild, unabhängig von dem allseits gewünschten Verkehrskreisel mit den aufgelassenen Strecken-Grundstücken durchaus sinnvolle Infrastruktur-Verbesserungen schaffen. Dabei dachte er auch an einen Fahrrad-Weg, der im Landshuter Umfeld gut angenommen werden würde. Deshalb sagten den Kommunalpolitikern hier der Bundestagsabgeordnete Martin Burkert und die Landtagsabgeordnete Ruth Müller auch ihre Unterstützung auf Entwidmung dieser Bahnstrecke zu, wenn es darum geht, eine sinnvolle Nutzung der ehemaligen Bahnstrecke zu erreichen.


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