03.07.2018, 13:48 Uhr

Hochschul-Studenten drehten Kino-Spot Häusliche Gewalt – alles andere als ein Tabu-Thema

Mit dem Kino-Spot möchten die Studenten Betroffene dafür sensibilisieren, über das Thema „Häusliche Gewalt“ zu reden, und sich bei AWO oder Caritas Hilfe zu holen. (Foto: Privat)Mit dem Kino-Spot möchten die Studenten Betroffene dafür sensibilisieren, über das Thema „Häusliche Gewalt“ zu reden, und sich bei AWO oder Caritas Hilfe zu holen. (Foto: Privat)

13 Studentinnen und Studenten der Sozialen Arbeit und Sozialen Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe an der Hochschule Landshut drehten in den vergangenen Wochen einen Kino-Spot über „Häusliche Gewalt“. Dieser feiert am Mittwoch, 4. Juli, um 17 Uhr Premiere im Kinopolis im CCL.

LANDSHUT „Der ist doch so nett, das hat der sicher nicht so gemeint“, „Dann trenn‘ dich doch einfach“,... Es sind Sprüche wie diese, die Frauen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, auch heutzutage noch oft genug zu hören bekommen. Wenn sie denn überhaupt darüber reden. Denn „Häusliche Gewalt“ ist nach wie vor ein großes Tabuthema.

Dass es keinen Grund gibt, sich zu schämen, und wie man sich am besten Hilfe holt, um sich aus der physischen wie psychischen Gewalt zu befreien, darauf macht ab Mittwoch, 4. Juli, einer neuer Kinospot aufmerksam.

Produziert wurde er aber nicht etwa von einer großen Werbefirma, sondern von 13 Studentinnen und Studenten der Sozialen Arbeit und Sozialen Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe an der Hochschule Landshut. Im Rahmen ihres zweiten Semesters haben sie an einer Projektwerkstatt zum Thema „Häusliche Gewalt“ teilgenommen, die von den Lehrbeauftragten Angelika Hirsch vom AWO Frauenhaus und Christiane Mendler-Härtl von der Landshuter Interventionsstelle begleitet wird. „Die beiden waren es auch, die uns mit der Idee, einen Kinospot über das Thema zu drehen, sofort begeistert haben. Auch wenn wir das vorher so noch nicht gemacht hatten“, erinnert sich Studentin Charlotte Berger.

Doch nach dem intensiven Studium zahlreicher Literatur zum Thema „Häusliche Gewalt“ und einigen Tipps und Tricks erfahrener Filmemacher wie Jürgen Liebenstein vom Film- und Videoclub Landshut, der letztendlich auch hinter der Kamera stand und den Schnitt übernommen hat, stand das Drehbuch fest. Gedreht wurde der 15-Sekunden-Kinospot schließlich an einem langen Nachmittag mit einer Studentin und einem Student aus der Projektwerkstatt als „Schauspieler“.

Premieren-Feier am 4. Juli im Kinopolis

Mit dem Ergebnis sind alle Beteiligten rundum zufrieden. „Ich denke, dass wir unser Ziel, auf das Thema ,Häusliche Gewalt an Frauen‘ aufmerksam zu machen, auf jeden Fall erreicht haben“, so Berger. „Denn Statistiken zeigen, dass jede vierte Frau, egal welcher Altersklasse oder welcher sozialen Schicht sie angehört, mindestens einmal im Leben davon betroffen ist. Die Dunkelziffer ist noch viel höher. Mit dem Spot möchten wir Betroffene dafür sensibilisieren, dass man sich keinesfalls selbst die Schuld geben muss, dass man keine Scham zu haben braucht, darüber zu reden, und sich bei AWO oder Caritas jederzeit Hilfe holen kann.“

Premiere feiert der Spot kommenden Mittwoch um 17 Uhr im Kinopolis im CCL, der dann im Rahmen eines kleinen Empfangs inklusive fachlichen Inputs von Dozenten und Studierenden erstmals über die große Leinwand flimmert. Im Anschluss wird das Filmdrama „Genug – Jeder hat eine Grenze“ mit Jennifer Lopez gezeigt, die sich ihrem gewalttätigen Ehemann zur Wehr setzt. „Wir hoffen, dass viele Interessierte zu der offenen Veranstaltung kommen und gemeinsam mit uns dabei helfen, das Tabuthema ,Häusliche Gewalt‘ aufzubrechen.“


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