02.05.2018, 13:15 Uhr

Neues Konzept Der Moserbräu soll stehen bleiben


Der ewige Landshuter Zankapfel Moserbräu. Jetzt sieht es so aus, als gäbe es eine Lösung, mit der alle Seiten leben können. Das meldet jedenfalls die Stadt Landshut.

LANDSHUT Auf Initiative und mit Unterstützung von Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil, Leiter des Landesamts für Denkmalpflege, und Oberbürgermeister Alexander Putz hat sich Christian Eller als Eigentümer dazu entschlossen, eine alternative Konzeption für das Areal des ehemaligen Moserbräus zu entwickeln. Hierzu wurde das renommierte Architekturbüro Brückner & Brückner (Tirschenreuth/Würzburg) beauftragt. Teil dieser Konzeption ist auch die Einbeziehung, der Erhalt und die Weiterentwicklung des historischen Bestandsgebäudes.

Die Zukunft des Moserbräus beschäftigte in der Vergangenheit schon mehrfach den Stadtrat. Dieser hatte im September 2016 mehrheitlich den mit dem schlechten Zustand des Gebäudes begründeten Abrissplänen des Eigentümers zugestimmt. Der Beschluss wurde entgegen einer entsprechenden Aufforderung der Regierung von Niederbayern im Februar 2017 auch nicht aufgehoben, sondern bestätigt.

Daraufhin hatte die Regierung als Rechtsaufsichtsbehörde den Beschluss des Stadtrats per Bescheid aufgehoben und so den Abbruch des historischen Gebäudes untersagt. Jetzt scheint also ein Weg gefunden, der sowohl die Interessen des Eigentümers berücksichtigt als auch den Anliegen des Denkmalschutzes gerecht wird.

Bei einer ersten Zwischenpräsentation zeigten sich sowohl Generalkonservator Pfeil, der sich stets nachdrücklich für den Erhalt des Moserbräus eingesetzt hatte, als auch Oberbürgermeister Putz sehr überzeugt vom präsentierten Vorkonzept. „Ich bin den Eigentümern, allen voran Christian Eller, dankbar dafür, dass sie sich zu diesem Schritt bereit erklärt haben“, so Putz. „Damit kann ein Stück Landshuter Architekturgeschichte wohl doch gerettet werden. Das dürfte auch von weiten Teilen des Stadtrats mit großer Erleichterung aufgenommen werden.“

Pfeil zeigte sich zufrieden mit dem sich abzeichnenden Konsens. „Ein Abriss des historischen Moserbräus wäre ein schwerer Schlag für den Denkmalschutz in Bayern gewesen“, betonte er. Ein solcher Fall könne negative Signalwirkung auch für andere Städte haben. Jetzt hofft der Generalkonservator auf den gegenteiligen Effekt: „Das Beispiel Moserbräu zeigt, dass selbst in scheinbar verfahrenen Situationen mit gutem Willen aller Beteiligten durchaus Lösungen erarbeitet werden können, die eine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung eines Gebäudes erlauben, ohne dessen historische Substanz und damit seinen denkmalgeschützten Wesenskern unwiederbringlich zu zerstören.“

Aktuell werden die Anregungen des von Pfeil geleiteten Landesamts für Denkmalpflege noch in die Konzeptstudie eingearbeitet. Diese wird dann bereits in der nächsten Sitzung des Gestaltungsbeirats, die für den 17. Mai angesetzt ist, den Fachbeiräten und Vertretern der Fraktionen vorgestellt. Danach wird zeitnah der Bausenat über die dann fertige Konzeption für den Moserbräu beraten und endgültig über die Zukunft dieses historischen Gebäudeensembles entscheiden.

Um den Moserbräu war jahrelang heftig gestritten worden, ausgelöst durch den Protest des Vereins „Freunde der Altstadt“ gegen einen Abriss.


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