25.01.2018, 09:18 Uhr

Prozessbeginn um sexuelle Nötigung Angeklagter soll Missbrauchsopfer mit „Rambo-Messer“ bedroht haben

Am Mittwoch wird der Prozess am Landgericht Landshut fortgesetzt. (Foto:  Tobias Grießer)Am Mittwoch wird der Prozess am Landgericht Landshut fortgesetzt. (Foto: Tobias Grießer)

Es ist das Albtraum-Szenario jeder Frau: auf der Straße von einem Mann plötzlich überfallen zu werden und unter Androhung eines Messers missbraucht zu werden. So ähnlich soll es sich laut der von Staatsanwalt Gerald Siegl vertretenen Anklage im Juli 2011 zugetragen haben. Das mutmaßliche Opfer, eine heute 25-jährige Frau, soll von einem 51 Jahre alten Maurer aus Geisenhausen unter Vorhalt einer Waffe zu sexuellen Handlungen genötigt worden sein. Während ihrer Vernehmung war die Öffentlichkeit vom Verfahren ausgeschlossen.

GEISENHAUSEN/LANDSHUT Zu einem nicht mehr genau feststellbaren Zeitpunkt am 26. Juli 2011 soll es zu dem Übergriff gekommen sein, als das mutmaßliche Opfer zu Fuß in Richtung Bahnhof Geisenhausen unterwegs war. Der Angeklagte sei mit seinem Auto vorbeigekommen und habe sie aufgefordert, einzusteigen. Wohl als Zeichen, dass es ihm ernst sei, habe er gut sichtbar am Hosenbund sein „Rambo-Messer“ eingesteckt, ein 30 cm langes Messer mit einer Klinge, die unten geschliffen und oben geriffelt ist.

Zusammen seien sie dann in eine Wohnung nach Landshut gefahren. In der Wohnung habe sie der Angeklagte an den Haaren gepackt und ins Schlafzimmer gezerrt. Die Klinge an den Hals haltend, habe sie sich anschließend ausziehen müssen und sei von ihm rücklings aufs Bett geworfen worden. Nach Androhung von Stichbewegungen soll er sie übelst missbraucht haben.

Aber die Tortur war laut Anklageschrift noch nicht zu Ende: Er drohte ihr, sie dürfe niemandem etwas davon zu erzählen und erlaubte ihr einen Anruf an der Berufsschule, um sich dort zu entschuldigen. Währenddessen habe er sie nicht aus den Augen gelassen, das Messer angeblich stets griffbereit auf dem Bett liegend. Nach dem Telefonat soll er dann die Vergewaltigungsarie fortgesetzt haben.

Etwa ein Jahr später sei es zu einer Drohgebärde am Hof des Angeklagten in Geisenhausen – und zugleich Wohnanschrift des mutmaßlichen Opfers –, gekommen. Als die Geschädigte vom Fenster ihres Kinderzimmers runter zum Angeklagten sah, kam es wohl zum Blickkontakt, woraufhin er mit seiner Hand am Hals die Geste des Kehle-Durchschneidens gemacht habe.

„Es ist jetzt sechs Jahre her, dass deswegen Anzeige deswegen erstattet wurde. Das ist schlimm für meine Mandantin. Sie möchte endlich damit abschließen“, erklärte der Nebenklägervertreter in einer Beratungspause – eine von sehr vielen an diesem Verhandlungstag. Angaben zu seiner Person oder dem Tathergang wollte der Angeklagte nicht machen.

Der Prozess wird am Mittwoch, 31. Januar, fortgesetzt.


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