30.11.2017, 12:59 Uhr

Bissiger Ratsherr Einmal Luft holen, eine Stunde reden


Keine Woche ohne Lästereien. Dieses Mal knöpft sich der Ratsherr einen Stadtrat vor, der etwas ganz Besonderes kann. Außerdem: Alt-OB Rampf hat einen Pokal gewonnen.

LANDSHUT Im Hans-Carossa ist Ludwig Zellner, Lehrer aus Leidenschaft und Stadtrat der CSU, eine Legende. Und nicht nur dort. Jeder, der den Ludwig kennt, weiß, dass er eine geradezu unglaubliche Eigenschaft besitzt: Der Mann kann, nachdem er nur einmal kurz Luft geholt hat, eine Stunde am Stück reden, ohne dass er auch nur einen weiteren Schnauferer tut. Im Landshuter Stadtrat weiß man, was ich mein, Ludwigs Wortbeiträge sind gefürchtet. Und was noch viel bemerkenswerter ist: Der Ludwig scheint auf einen schier unerschöpflichen Vorrat an Wörtern in seinem zentralen Rechenzentrum unter der eher spärlich behaarten Schädeldecke zurückgreifen zu können. Jedenfalls hat ihm dieser bemerkenswerte evolutionäre Vorteil jetzt bei einer Vorstandssitzung des Freundeskreises der Hochschule, da ist er der Vorsitzende, aus der Patsche geholfen, wie man mir erzählt hat. Der Ludwig ist nämlich manchmal auch ein bisserl vergesslich und hat seinen ganzen Sitzungs-Krempel daheim liegen gelassen, auch seine Rede. Kein Problem für Laber-Ludwig. Der hat einfach losgeredet und nimmer aufgehört, wie immer halt. Außer mir hat‘s wahrscheinlich gar keiner gemerkt, dass irgendwas anders war.

Es war wie früher, als der Rampf Hans noch über den Rasen wuselte und die Gegner auf dem Fußballplatz gleich reihenweise umgrätschte. Ohne eine Niederlage holte er sich jetzt den großen SpVgg-Wanderpokal. Gelaufen ist unser Ex-OB allerdings keinen Meter. Zwar ist er schon gegen andere ehemalige Fußballstars der Spiele angetreten, allerdings überlassen die Herrschaften das mit dem Ball jetzt den Jüngeren. Nein, der Hans ging zusammen mit Helmut Meier beim traditionellen Wattturnier der Alten Liga, die setzt sich aus ehemaligen Fußballern der SpVgg Landshut zusammen, an den Start. Das wurde heuer zum 40. Mal ausgetragen und irgendwie hatten der Hans und der Helmut dauernd einen Kritischen auf der Hand oder wenigstens den Hauptschlag. Da kannst echt verzweifeln. Jedenfalls haben die beiden das 40. Rentner-Kicker-Turnier glatt gewonnen. Für alle Preiß‘n: Watten hat nix mit Spaziergängen im Matsch zu tun. Das ist in Bayern ein Kartenspiel. Jedenfalls haben der Präsident der Alten Liga, der Pekok Werner, der SpVgg-Vorsitzende Mane Maier und der Radlmeier Heli nicht schlecht über den Durchmarsch der beiden gestaunt. Weil man dem Rampf und dem Meier aber einen Beschiss nicht nachweisen konnte, haben alle den beiden artig gratuliert. Angeblich will man sie aber nächstes Jahr nicht mehr mitspieln lassen. Macht ja so dann auch keinen Spaß.

Am Donnerstag war ich bei der Lebenshilfe und ich muss schon sagen: Da wurde es mir ganz warm ums Herz. Eine ganz tolle Veranstaltung war das und alle waren so gut gelaunt, die Zeit ist wie im Flug vergangen. Richtig gestrahlt hat aber vor allem eine: die Hildegard Deimer. Die Frau von unserem Alt-OB Josef Deimer war nämlich kurz zuvor in Italien und hat dort ihr Enkelchen besucht. Ganz selig war sie noch. Da war es auch nicht so schlimm, dass sie zur Ehrung vom Dick mit auf die Bühne gebeten wurde. Die Hildegard mag das nämlich eigentlich gar nicht, wenn sie im Mittelpunkt steht. Mal abgesehen davon ist das schon toll, was der Deimer in Sachen Lebenshilfe auf die Beine gestellt hat. Mehr ehrenamtliches Engagement geht eigentlich gar nicht und es zeigt auch, was man alles erreichen kann, wenn man nur will. Dass der Deimer, wo er doch eigentlich schon lange im Ruhestand ist, sich in der Sache immer noch so reinkniet, zeigt, wie sehr ihm das am Herzen liegt. Wir sind zwar eh seit langer Zeit Freunde, aber jetzt ist er in meiner Achtung noch gestiegen.

Euer Röckl


0 Kommentare