06.04.2017, 09:33 Uhr

Eine erstaunliche Karriere Vom Security-Chef zum Profi-Model

Foto: Ralph GeilingFoto: Ralph Geiling

Eigentlich war die Karriere von Peter Loder vorbestimmt. Nach dem BWL-Studium sollte er das Familienunternehmen, die LWS Security Group, übernehmen. Doch dann kam plötzlich alles ganz anders. Peter Loder (32) ist jetzt ein gefragtes, professionelles Model.

LANDSHUT Bis zu 15 Aufträge hat er im Monat, hat schon in Kampagnen für Unternehmen wie BMW, Bosch, Otto oder JBL gearbeitet und dabei Stars wie Profi-Kicker Jérôme Boateng kennengelernt. Sogar für den Playboy wurde er für ein Shooting mit den Playmates des Jahres schon engagiert. Noch vor ein paar Jahren hätte sich das der Landshuter nicht träumen lassen.

Alles begann vor zwei Jahren. Ein Freund von Peter Loder, der Landshuter Fotograf Philipp Reichwein, der mittlerweile selbst eine erstaunliche Karriere vorweisen kann, suchte ein männliches Model. „Wir spielen zusammen Inline-Hockey und er fragte mich eines Tages, ob ich nicht Lust auf ein Shooting habe.“

Der damals 30-Jährige sagte ja – und kam auf den Geschmack. „Ich habe mich dann bei mehreren Agenturen mit meinen Fotos beworben und alle haben geantwortet. Ich war selbst überrascht.“ Loder packte die Gelegenheit beim Schopf, einen Beruf zu ergreifen, von dem viele nur träumen. „So eine Chance hat man schließlich nur einmal im Leben. Aus dem Tagesgeschäft unserer Firma habe ich mich mittlerweile zurückgezogen“, erzählt er.

Der Betriebswirtschaftler, der sich auf den Bereich Marketing spezialisiert hat, vermarktet jetzt sich selbst – mit zunehmenden Erfolg. „Wichtig dabei ist, dass Du ein bestimmter Typ bist, mit dem die Agenturen was anfangen können. Ich verkörpere den bodenständigen Kerl von nebenan, den Familienvater, den Handwerker, den Paketboten oder den Liebhaber.“

In solche Rollen zu schlüpfen, das ist wie Schauspielern und alles andere als einfach. Wer es nicht hinbekommt, der bekommt keine Aufträge mehr. „Du musst auf den Punkt genau präsent sein und agieren“, sagt Loder.

Er macht seine Sache offenbar ganz gut und hat bereits nach zwei Jahren eine Reihe „Stammkunden“, vor allem für Kunden in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Für Aufträge pendelt er in einer Woche schon mal zwischen München, Zell am See, Spanien und Landshut, ist laufend auf Achse. „Mir macht das nichts aus. Ich finde das unheimlich spannend und aufregend. Und Geld dafür gibt es auch noch.“

Aus dem Security-Geschäftsführer ist jetzt ein Ein-Mann-Unternehmen geworden. „Ich ziehe das jetzt voll durch“, sagt er und erzählt, dass er schon den nächsten Schritt ins Auge gefasst hat: „Was ich bisher noch nicht hatte, das ist eine große Kampagne. Das ist das nächste Ziel für mich.“ Zeit genug hat er dafür. Denn während weibliche Models mit 30 Jahren schon oftmals zu alt sind, sieht das bei den Männern ganz anders aus. „Die Agenturen sagen, dass es sogar ganz gut ist, wenn Männer graue Haare bekommen. Das lässt sie interessanter wirken.“ Und auch diesbezüglich hat Loder Glück. Die ersten grauen Härchen sind in seinem Bart schon zu sehen. Der Traum von der großen Kampagne, er könnte also schnell Wirklichkeit werden.


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