30.06.2010, 12:38 Uhr

Herber Rückschlag für die Landshut Cannibals Tobias Rieder wechselt nach Kanada

Foto: GerleignerFoto: Gerleigner

Zusammen mit Sturmpartner Tom Kühnhackl sorgte der ein Jahr jüngere Tobias Rieder in der vergangenen 2. Liga-Saison bei den Landshut Cannibals für Furore. Die NHL-Scouts am Gutenbergweg gaben sich reihenweise die Klinke in die Hand. Während man bei Kühnhackl jedoch damit rechnete, dass es ihn zur Saison 2010/11 nach Übersee ziehen wird, dachte man bis dato, Rieder würde den Cannibals zumindest noch eine Spielzeit erhalten bleiben. Doch weit gefehlt.

LANDSHUT Vor wenigen Tagen fand der Importdraft der CHL (Canadian Hockey League) statt, bei dem pro Team jeweils zwei ausländische Spieler gedraftet werden dürfen. Unter dem Dachverband der CHL fungieren die Ligen WHL, QMJHL und die OHL, in die auch Tom Kühnhackl zu den Windsor Spitfires wechselt. Beim Importdraft wurde der 17-jährige Tobias Rieder nun an fünfter Stelle von den Kitchener Rangers gedraftet. Erbat er sich zunächst Bedenkzeit, ist die Entscheidung nun gefallen und das Sturmjuwel heuert zur neuen Saison in der OHL bei den Rangers an. Ein herber Rückschlag für die Personalplanungen der Landshut Cannibals, die den 17-Jährigen trotz einer bestehenden Ausstiegsklausel bis zum 30. Juni 2010 fest eingeplant hatten. LES-Geschäftsführer Bernd Truntschka: "Das kam für uns auch vollkommen überraschend. Ich dachte eigentlich, das Paket, das wir ihm geboten haben, mit einer Förderlizenz für Ingolstadt und der zeitgleichen Möglichkeit, seine Berufsausbildung in Landshut abschließen zu können, wäre reizvoll genug gewesen". Dem sei jedoch nicht so gewesen. Zwar könne er die Entscheidung von Tobias Rieder nicht ganz nachvollziehen, weil es bis dato noch keinem deutschen Spieler gelungen sei, aus einer der Juniorenligen in Kanada den Weg in die NHL zu schaffen, dennoch wünsche er dem 17-Jährigen Ausnahmestürmer natürlich alles Gute. Etwas anders ist da wohl die Sichtweise von Landshuts erfolgreichstem Eishockeyspieler, Marco Sturm, der sich seit Jahren in der NHL etabliert hat und derzeit bei den Boston Bruins unter Vertrag steht. "Marco hat mich angerufen und mir gesagt, dass dort alle ganz gespannt auf mich seien und mich unbedingt dort spielen sehen wollten. Er hat mir dann ebenso wie mein Agent zu einem Wechsel nach Kanada geraten", sagt Rieder. Vor allem im Hinblick auf den NHL-Entry-Draft im nächsten Jahr sei es für ihn das Beste quasi direkt an der Quelle zu sein und sich vor Ort den unzähligen NHL-Scouts zu präsentieren. Gemeinsam mit seiner Familie hat sich Tobias Rieder bereits ein Bild von seiner neuen Heimat gemacht. "Kitchener ist schon beeindruckend. Es ist eine größere Stadt, aber auch das Stadion und die ganzen Bedingungen dort sind in der Juniorenliga schon wie bei uns in einer Profiliga", freut sich der 17-Jährige auf seine neue Aufgabe. Ebenso freut er sich darauf, erstmals gegen seinen besten Freund und langjährigen Sturmpartner, Tom Kühnhackl, zu spielen. "Das wird schon ein komisches Gefühl, aber ich freue mich darauf." Im August beginnt das große Abenteuer für Tobias Rieder. Einziger Wermutstropfen: Seine Berufsausbildung in Landshut musste er nun notgedrungen abbrechen. Die Landshut Cannibals ihrerseits müssen nun umdisponieren. "Ich weiß aktuell noch nicht, wie wir Tobi ersetzen werden. Das kam alles ziemlich plötzlich für uns. Wir müssen die Situation jetzt neu analysieren", so Truntschka.


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