06.12.2016, 18:13 Uhr

L.E.S. GmbH kämpft für einen Schuldenschnitt, sonst droht die Insolvenz EV Landshut: Neuanfang oder Ende?

Wie geht es mit dem EVL weiter? Foto: Christian FölsnerWie geht es mit dem EVL weiter? Foto: Christian Fölsner

In den nächsten beiden Wochen geht es für den EVL ums nackte Überleben. Geschäftsführer Stefan Endraß möchte einen Schuldenschnitt durchsetzen. Andernfalls bleibt nur noch die Insolvenz.

LANDSHUT Der Name EVL stand einst für hochklassiges Eishockey. Diese Zeiten sind vorbei. Jetzt kämpft man am Gutenbergweg ums nackte Überleben. In den letzten vier Jahren wurde durch „reines Missmanagement“ ein gigantischer Schuldenberg im mittleren sechsstelligen Bereich angehäuft, wie der jetzige Geschäftsführer der Landshuter Eishockey Spielbetriebs GmbH (L.E.S.), Stefan Endraß, erklärt. Jetzt droht die Insolvenz. „Doch es gibt Hoffnung“, sagt Endraß, der den Scherbenhaufen der Vergangenheit zusammenkehren muss und einen Neuanfang schaffen will. Dafür bleiben ihm noch knapp zwei Wochen.

Das Schicksal des Landshuter Eishockey hängt in erster Linie vom guten Willen der Hauptgläubiger, einer von ihnen ist die Berufsgenossenschaft VBG, ab. Mit denen verhandelt Endraß derzeit, um eine Schuldenbereinigung zu erreichen. Das muss schnell unter Dach und Fach sein, sonst muss die L.E.S. GmbH noch Mitte Dezember Insolvenz beantragen. „Das hätte dramatische Folgen“, sagt Endraß. Eine Insolvenz würde bedeuten: „Die Lizenz für die Oberliga wäre weg, auch unsere Nachwuchsarbeit wäre damit erledigt“, sagt der Geschäftsführer.

Endraß hat mit dem zu kämpfen, was ihm seine Vorgänger hinterlassen haben. Viel zu viel Geld hat der Verein in den vergangenen Jahren in die Spieler gepumpt und handwerkliche Fehler begangen. Zwar war die Einnahmesituation zu DEL2-Seiten gut, doch offenbar ließ man das Controlling schleifen, hatte die Ausgaben nicht im Blick. Die Folge: Ein gewaltiger Schuldenberg, der die L.E.S. zu erdrücken droht. Sofern es Endraß nicht gelingt, die Schulden kurzfristig zu bereinigen, ist er verpflichtet, Insolvenz anzumelden. Doch es gibt noch einen anderen, einen steinigeren Weg. Dieser hätte aber den Vorteil, dass die Lizenz erhalten bliebe und man auch die erfolgreiche Nachwuchsarbeit weiterbetreiben könnte: ein Schuldenschnitt.

„Wir könnten dann bei Null, ohne die ganzen Altlasten, von vorne anfangen“, sagt Endraß. Dass die L.E.S. durchaus zukunftsfähig ist, zeigt die laufende Saison. „Betrachtet man nur die aktuelle Saison 2016/17, so werden wir das Geschäftsjahr voraussichtlich mit einer schwarzen Null beenden. Das wurde uns nun auch von einem namhaften Wirtschaftsprüfungsunternehmen bestätigt, das in den in letzten Wochen die vergangenen Zahlen wie auch die zukünftig geplanten Ergebnisse genau analysiert hat.“ Alleine die Ausgaben für Spieler hat man, trotz einiger Altverträge, um 500.000 Euro gesenkt, hinzukommen Einsparungen bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Wer den Eishockey-Sport mit seinen notorisch klammen Vereinen kennt, der weiß, dass diese schwarze Null ein riesiger Erfolg ist.

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