31.05.2011, 20:58 Uhr

Diskussion um das Landkreis-Gymnasium geht weiter, obwohl die Planung schon läuft Bund der Steuerzahler fragt nach

Das Landkreis-Gymnasium in Ergolding wird kommen. Wie teuer es wird, weiß allerdings noch niemand. Doch Landrat Josef Eppeneder hat jetzt Post bekommen: vom Bund der Steuerzahler, der wissen will, für was hier alles Geld ausgegeben wird.

LANDSHUT/ERGOLDING Das Landkreis-Gymnasium in Ergolding wird kommen. Am Montag wurde im Kreistag die Vorentwurfsplanung vorgestellt. In den vergangenen acht Wochen hatte die ARGE Behnisch Architekten – Architekturbüro Leinhäupl und Neuber zusammen mit dem Landschaftsarchitekten Brenner die Köpfe zusammengesteckt und ein Modell entworfen, das den Kreisräten gut gefiel. Einstimmig wurden die Planer am Montag dann auch beauftragt, die Vorentwürfe weiter auf den Weg zu bringen.

Hierbei wurde eine Zweifach-Turnhalle mit Option auf Erweiterung abgesegnet. Fritz Wittmann (Freie Wähler): „Eine 2/3 Dreifachturnhalle.“ Schließlich solle man sich die Option nicht verbauen, später doch erweitern zu können, so Hans Weinzierl (Freie Wähler). „Sonst bereuen wir das vielleicht in 20 Jahren noch.“

Beim energetischen Konzept fährt man vorerst zweigleisig: Solange keine exakten Kostenschätzungen vorliegen, verfolgt man parallel die Planungen nach dem Passivhaus-Standard sowie nach den Anforderungen der EnEV 2009 mit energetisch wirtschaftlichen Zusatzmaßnahmen.

Im Rahmen der Kreistagssitzung am Montagnachmittag wurde aber auch bekannt, dass sich der Bund der Steuerzahler mit einem dicken Fragenkatalog an Landrat Josef Eppeneder gewandt hat. Eppeneder: „Ich vermute, dass der Antrieb hierfür aus dem Stadtgebiet Landshut kommt.“ Man wolle von ihm wissen, warum man für das Landkreis-Gymnasium bis zu 30 Millionen Euro benötige. „Ich werde die Fragen natürlich beantworten. Wir haben uns aber für den Neubau entscheiden. Jetzt lasse ich mich nicht weiter prügeln“, so der Landrat in der Kreistagssitzung.

Kreisrat Hans Bauer (CSU) ließ auch an den Landshuter Gymnasien kein gutes Haar: „Zuerst jammern sie, dass sie zu voll sind. Und jetzt jammern sie, weil wir ihnen die Schüler abziehen. Was wollen die eigentlich?“ Man dürfe sich nicht beirren lassen und die Planungen vorantreiben. Die vorhandenen Gymnasien müssten entlastet werden: das Hans-Leinberger-Gym­nasium zum Beispiel von 1.600 auf 1.200 Schüler. „Die oft kritisierten Klassenstärken sollen durch das neue Gymnasium gesenkt werden“, so Bauer weiter. Zudem sei die Möglichkeit einer Ganztagesschule, die mittlerweile genehmigt sei, eine große Chance für das Ergoldinger Gymnasium.

Sorgenfalten anderer Art trieb Hans Weinzierl das Gerücht, dass auch das Gymnasium Furth ausgebaut werden solle, auf die Stirn: „Ich hätte kein Verständnis dafür, dass wir ein Landkreis-Gymnasium bauen und gleichzeitig Furth ausgebaut wird.“ Schließlich zahle der Landkreis auch in Furth die laufenden Kosten. Landrat Josef Eppeneder: „Es ist eine Tatsache, dass Furth stark angenommen wird. Und das Raumprogramm liegt derzeit bei der Regierung von Niederbayern.“

Er sei sich aber sicher, so Eppeneder weiter, dass „der Landkreis sein Gymnasium in Ergolding vollbringt.“ Der Landrat hofft, dass der Spatenstich in Ergolding noch im vierten Quartal dieses Jahres erfolgen könne.


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