11.05.2011, 10:32 Uhr

Die KrawallBrüder kommen nach Landshut Ihr Wahnsinn hat Oi! Methode

In den letzten fünf Jahren sind die KrawallBrüder aus dem Saarland mit ihrer kraftvollen Melange aus Punk und Metal richtig durchgestartet. Am Samstag, 28. Mai, sind sie die Headliner beim dreitägigen „Rock an der Isar“ in Landshut (Karten beim Wochenblatt unter Telefon 1419-157). Grund genug für ein Gespräch mit Sänger und Gitarrist Pascal Gaspard, der die Band 1993 noch unter anderem Namen gründete.

LANDSHUT Wochenblatt: Wie kam es eigentlich zum Namen „Krawallbrüder“? 

Pascal Gaspard: Ganz zu Anfang hießen wir „Frontal“, aber da kam es zu einer Verwechslung mit einer rechtsradikalen Band gleichen Namens. Wir haben dann auf die Schnelle einen neuen Namen gebraucht, und ich bin heute sehr froh, dass wir damals, 1995, „Krawallbrüder“ gewählt haben und nicht irgendetwas, das in irgendeiner Richtung festgefahren ist.

Wie ging es nach der Namensfindung weiter?

Wir haben kurz darauf eine 7-Inch eingespielt, einige Konzerte gegeben – und uns 1998 aufgelöst. Erst im März 2001 habe ich die Band reaktiviert – ab da ging es dann bergauf. Richtig bergauf (lacht) ging’s dann wiederum nach der „In Dubio Pro Reo“-CD 2005, danach kamen auch die großen Festivals wie das OFT. 2009 und 2010 hatten wir die Headliner-Slots beim G.O.N.D., und dieses Jahr sind wir beim With Full Force dabei. Das geht jetzt immer weiter, wir werden zukünftig auch alles etwas professioneller machen. Zuvor kam ja alles aus einer Hand, sprich meinem Büro und von der Band.   

Die Krawallbrüder sind demnach ein Fulltime-Job?

Ja, wir haben 2002 KB-Records gegründet, unser Label, um unsere CD „Die Fäuste hoch“ zu veröffentlichen. Anderen Labels war die angeblich zu schlecht – aber inzwischen haben wir 20.000 Einheiten verkauft und insgesamt über 100 labeleigene Produktionen gemacht.

Hinter dem Bandnamen steckt also kein Programm?

Doch, doch, der Wahnsinn hat Methode bei uns! Im Gegensatz zu anderen Bands sind wir aus der Oi! Punk Szene mit einem entsprechenden Lebensstil groß geworden.  

Wobei die Band musikalisch vielleicht nicht mehr unbedingt dazu zu zählen ist, oder?  

Musikalisch nicht mehr, wir sind schon ziemlich metallastig geworden. Aber wir haben die Grundattitüde beibehalten, und spielen noch immer guten alten Straßenrock. Wir halten uns nach wie vor in dieser Szene auf, so hat das Ganze nichts an Biss verloren. Ein Großteil unserer Hörer und Konzertbesucher stammt wie gehabt aus der alten Szene; wir hatten zuletzt ein Konzert in Berlin mit 1.300 Leuten, da kamen etwa 70 Prozent aus der Oi- und Punkecke.

Wie oft tretet ihr live auf?

Letztes Jahr hatten wir etwa 50 Auftritte. Dieses Jahr wollen wir etwas kürzer treten, weil wir Mitte September ins Studio gehen und eine neue CD aufnehmen. Die soll im Januar veröffentlicht werden, man braucht ja eine gewisse Vorlaufzeit. Nächstes Jahr wollen wir wieder mehr auftreten, eine zusammenhängende Tour spielen und eben die Festivals mitnehmen. Dieses Jahr spielen wir nur die Festivals.  

Man merkt euch den professionellen Anspruch an, oder täusche ich mich? 

Das ist mit der Zeit so gewachsen. Früher ist man die Konzerte schon sehr „entspannt“  angegangen, mit allem was dazu gehörte, vor allem überhöhtem Alkoholkonsum… Wir sind zwar auch jetzt immer noch entspannt, aber eben auf eine etwas andere Art. 

Als deutsch singende Band steht man ja oft unter Generalverdacht einer rechten Gesinnung. Habt ihr diese Erfahrung auch gemacht?

Ja, da muss man selber aktiv dagegen ankämpfen. Wir machen es seit einiger Zeit so, dass wir vertraglich abgesichert unsere eigene Security stellen, wenn ein Veranstalter es selbst nicht so packt, wie wir uns das vorstellen. Die sortiert dann an der Tür die Leute aus, die offensichtlich dem rechten Spektrum angehören. Das hat sich in den letzten Jahren, wir machen das schon seit 2009, recht gut bewährt. Es kommen sowieso wenig Leute, von denen man sagen könnte, sie sind politische Extremisten, auf unsere Konzerte. Denen sind wir einfach nicht politisch genug, haha. 

Gibt’s denn textlich so etwas wie eine KrawallBrüder-Schiene?

Früher war es zwischen dem Leben und der Szene mit einer Portion Gesellschaftskritik, jetzt sind es Texte aus dem Leben, die sich um die Verrücktheiten drehen, die jeder Mensch so hat, sozusagen „Halb Mensch, halb Tier“, wie ein Lied von uns heißt. Die Schizophrenie eines jeden, die er in sich verborgen hat. Mit solchen Sachen setzen wir uns gern auseinander.  

Habt ihr da ein besonderes Interesse daran?

Nein, es sind so Geschichten, die das Leben schreibt. Spezielle Beispiele gibt’s eigentlich nicht, wir drücken das in der Musik aus, was uns bewegt.

Was darf Landshut am 28. Mai beim „R.A.D.I.“ erwarten?

Eine gute Party auf jeden Fall, wahrscheinlich auch, dass es relativ laut wird. Wir kommen direkt vom OFT-Festival zu euch runter und sehen zu, dass wir früh vor Ort sind. Es wird sicher ein denkwürdiges Konzert. 


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