02.12.2015, 15:52 Uhr

Letzte Chance am Freitag? Grün ist die Hoffnung für das Wolfgangsbad

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Eigentlich ist im städtischen Haushalt für das Jahr 2016 kein Cent für die Sanierung des maroden Lehrbeckens der Grundschule St. Wolfgang vorgesehen. Die Grünen wollen am Freitag trotzdem über eine Mittelbereitstellung abstimmen lassen.

LANDSHUT Mit der Ankündigung der Grünen dürfte insbesondere Stadtkämmerer Rupert Aigner seine Probleme haben. Erst am Freitag warnte der "Hüter des Stadtsäckels" im Plenum: "Wenn wir die Sanierung der Wolfgangschule beschließen und dafür nichts anderes rausnehmen, laufen wir Gefahr, dass unser Haushalt von der Regierung von Niederbayern nicht genehmigt wird." Doch die Grünen wollen es am kommenden Freitag offenbar darauf ankommen lassen – oder zumindest dafür sorgen, dass an anderer Haushaltsstelle zwei Millionen Euro (so viel Geld wird für eine Sanierung des Wolfgangsbades veranschlagt)  abgeknapst und für eine Bad-Sanierung frei werden.

Gesundheitsamt und Schwimmschule im Nacken

Erst am Freitag waren im Vorfeld der Plenumssitzung des Stadtrates Eltern, Kinder und Unterstützer der Grundschule St. Wolfgang auf die Straße gegangen, um für den Erhalt ihres Lehrbeckens Unterschriften zu sammeln. Oberbürgermeister Hans Rampf zeigte sich daraufhin beeindruckt von der Mühe, die sich allen voran der Elternbeirat sowie der Förderverein der Wolfgangschule gemacht hatten. Er gab zu: "Ich kann verstehen, dass Sie für Ihr Schwimmbad kämpfen. Ich hätte es wahrscheinlich genauso gemacht. Aber bedenken Sie, dass es viele Indikatoren gibt, die wir als Stadtrat bei einer Entscheidung berücksichtigen müssen", so Rampf bei Übergabe von über 2.000 Unterschriften. Wichtigster "Indikator" ist freilich das Geld, das die Stadt für eine Sanierung des Wolfgangsbades nicht hat. In den vorläufigen Haushaltsplan für das kommende Jahr wurden deshalb keine Mittel eingestellt. Dem Lehrbecken droht damit das Aus, weil der Betrieb aufgrund gravierender technischer und hygienischer Mängel ohnehin schon am seidenen Faden hängt.

Neben dem Gesundheitsamt sitzt aber auch der mögliche Neubau des Stadtbades dem Wolfgangsbad im Nacken. Sollte man sich nämlich für eine neue Schwimmschule entscheiden, wäre es "finanzieller Wahnsinn" auch noch das Lehrbecken der Grundschule St. Wolfgang zu erhalten – findet zumindest Junge Liste-Chef Thomas Haslinger. Schließlich sollen die Kapazitäten des Stadtbades im Falle eines Neubaus in der Dammstraße derart vergrößert werden, dass dort alle Landshuter Schulkinder Schwimmunterricht bekommen können. Und überhaupt, so Haslinger weiter, hätten alle anderen Schulen auch ihre eigenen Bäder aufgeben müssen.

Sollte der städtische Haushalt für das Jahr 2016 – trotz des angekündigten Rettungsversuches durch die Grünen – keine Mittel für den Erhalt des Wolfgangsbades beinhalten, müssten akute Reparaturmaßnahmen durch sogenannte Bauunterhaltsmittel gedeckt werden – wenngleich dies eher Flickschusterei als einer dauerhaften Lösung gleichkäme.


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