15.07.2015, 15:26 Uhr

Stadtrat will Campingsäulen auf der Grieserwiese Keine Wohnmobilstellplätze: Ist Landshut nur etwas für Hotel-Touristen?

Foto: BrünglinghausFoto: Brünglinghaus

SPD-Stadtrat Klaus Pauli findet, dass die Stadt Wohnmobil-Touristen zu wenig bietet. Er will das ändern und fordert, dass auf der Grieserwiese Versorgungssäulen für Strom und Wasser installiert werden.

LANDSHUT Eigentlich wird die Stadt ja nicht müde zu wiederholen, wie sehr sich Landshut in den letzten Jahren zu einem Touristen-Mekka entwickelt hat. Weit über 200.000 Übernachtungen im Jahr registriert der Verkehrsverein. Doch von einer Sorte Urlauber gibt es in der Dreihelmstadt anscheinend immer noch zu wenig: Wohnmobiler, die mit ihren „rollenden Häusern“ einen kurzen Städtetrip wagen und keine Campingplätze ansteuern wollen. In der letzten Sitzung des Verwaltungssenates am vergangenen Mittwoch fand SPD-Stadtrat Klaus Pauli für diesen Missstand klare Worte: „Wir rühmen uns immer als Touristenstadt, aber bieten keine Stellplätze für Wohnwagen an, die nur eine oder zwei Nächte bleiben wollen. So ist Landshut nur für Hotel-Touristen attraktiv.“ Die klare Forderung des Sozialdemokraten: Die Stadt soll auf der Grieserwiese Wohnmobilstellplätze samt Versorgungssäulen für Strom und Wasser einrichten.

Neu ist Paulis Vorstoß indes nicht. Einen entsprechenden Stadtratsantrag hatte er schon vor drei Jahren gestellt – und dafür auch grünes Licht von seinen Amtskollegen erhalten! Allerdings ist das Vorhaben trotz gültiger Genehmigung nie umgesetzt worden. Stadtkämmerer Rupert Aigner: „Es ist im Haushaltsausschuss immer wieder dem Rotstift zum Opfer gefallen.“ Doch nun böte sich endlich eine Lösung des Problems an. Im Zuge der in diesem Jahr ohnehin anstehenden Sanierung der Trink- und Abwasserleitungen auf der Grieser- und Ringelstecherwiese, könnte die Stadt – en passant – Versorgungssäulen errichten. Kosten würde das Ganze, laut Baureferatsleiter Johannes Doll, etwa 20.000 bis 25.000 Euro. Im Verhältnis zu den rund 530.000 Euro Gesamtkosten wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „So billig kann man es nicht mehr machen“, findet Pauli. Allerdings, so Aigner im Alten Plenarsaal: „Kleinvieh macht auch Mist.“ Eine Haltung, die Pauli, der selbst leidenschaftlicher Wohnmobiler ist, nicht nachvollziehen kann. Er argumentiert: „Mit den Wohnmobilstellplätzen könnte man ja auch Einnahmen generieren. Zehn Euro Gebühren pro Tag wären ein vernünftiger Preis.“

Einen Teilerfolg hat Pauli im Verwaltungssenat immerhin feiern können. Die Angelegenheit wird diesen Sommer noch einmal im Feriensenat diskutiert. Entsprechend kämpferisch gab sich Pauli auch im Gespräch mit dem Wochenblatt: „Ich werde beim Thema Wohnmobilstellplätze nicht locker lassen.“


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