10.04.2015, 09:25 Uhr

Landshuter Eishockey-Legende kämpft um seine Ehre Alois Schloder legt sich mit dem IOC an!

Zusammen mit Prof. Dr. Ernst Fricke (re.) hat Alois Schloder um seine Ehre gekämpft. Foto: Tobias GrießerZusammen mit Prof. Dr. Ernst Fricke (re.) hat Alois Schloder um seine Ehre gekämpft. Foto: Tobias Grießer

Alois Schloder will endlich seine Ruhe: Seit Jahrzehnten führt ihn das IOC als "Doping-Sünder". Schloder: "Dabei war ich doch ein Opfer!"

LANDSHUT Alle vier Jahre kommt sich Alois Schloder vor wie Don Quichotte bei dessen aussichtslosem Kampf gegen die Windmühlen. „Pünktlich zu Olympischen Winterspielen werde ich immer wieder als Doping-Sünder genannt und abgestempelt. Ich will, dass diese Unwahrheit endlich ein Ende hat“, sagt Schloder zum Wochenblatt.

Die lebende Landshuter Eishockey-Legende war zwar bei den Spielen 1972 in Sapporo positiv getestet, doch nur wenige Wochen vollständig rehabilitiert worden – nachdem der damalige Mannschaftsarzt zugegeben hatte, die verbotenen Medikamente ohne Schloders Wissen verabreicht zu haben. Schloder: „Ich durfte schon wenige Wochen später bei der WM in Prag wieder spielen. Ich war also kein Doping-Sünder, sondern ein Doping-Opfer!“ 2005 wurde der Niederbayer sogar in die „Hall of Fame“ des Eishockey-Weltverbands (IIHF) aufgenommen.

Doch die ungeheuerlichen Vorwürfe gegen den heute 67-Jährigen verschwanden nie ganz aus den Archiven der großen Medienhäuser und Presseagenturen. So waren noch bei den Olympischen Spielen 2010 und 2014 in Vancouver bzw. Sotschi die Falschmeldungen über Schloder in Umlauf. „Es ist alle vier Jahre die gleiche Leier. Ich möchte, dass das aufhört. Ich will endlich meine Ruhe!“

Deshalb geht er seit Jahren zusammen mit dem Landshuter Anwalt Prof. Dr. Ernst Fricke gegen die falsche Berichterstattung vor. 2010 und 2014 waren Schloder und Fricke mit zahlreichen Widerrufs- und Unterlassungsansprüchen erfolgreich. Schloder: „Medien und Agenturen aus den USA, Spanien, Großbritannien, eigentlich aus der ganzen Welt, haben schon Post von uns erhalten.“ Und alle hätten sie ihre Fehler bedauert. Sogar die Deutsche Presseagentur (dpa) und die Bild-Zeitung hätten längst zurückgerudert.

Mittlerweile stehen in Ernst Frickes Büro drei prall gefüllte Ordner zum Thema Alois Schloder – und ein Ende scheint noch nicht ganz erreicht. Denn drei österreichische Agenturen hätten laut Schloder herausgefunden, „dass ich auf der IOC-Liste als nicht rehabilitiert geführt werde. Dort bin ich also ein Doping-Sünder!“

Darum sind Fricke und Schloder jetzt weiter in die Offensive gegangen. Seit einigen Monaten gibt es einen Schriftverkehr mit Thomas Bach, dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Fricke zum Wochenblatt: „Die Mühlen beim IOC mahlen langsam. Wir haben jetzt eine goldene Brücke gebaut – und das IOC wäre gut beraten, sich dem heute gültigen Standard anzuschließen. Schließlich behauptet das IOC – wider besseren Wissens – das Falsche!“

Und Alois Schloder weiter: „Wir wollen keine Streichung von der Liste, denn schließlich gab es den Dopingfall. Wir wollen einzig den Zusatz ,vollständig rehabilitiert‘. Darum kämpfen wir. Und um meine Ehre!“


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