07.01.2015, 11:13 Uhr

Pöbeleien in der Altstadt, Festnahmen und rechte Parolen Landshuter Ultras gehen auf Polizisten los!

Unangenehme Sonderschichten für die Landshuter Polizei. Foto: SobolewskiUnangenehme Sonderschichten für die Landshuter Polizei. Foto: Sobolewski

In den vergangenen Tagen haben Landshuter Ultra-Fans – mal wieder – für Negativschlagzeilen gesorgt.

LANDSHUT Nur einem massiven Polizeieinsatz sei es zu verdanken gewesen, dass es vor und nach dem Derby gegen Rosenheim am zweiten Weihnachtsfeiertag zu keinen Ausschreitungen zwischen EVL- und Starbulls-Anhängern gekommen sei, sagt Polizeisprecher Stefan Scheibenzuber zum Wochenblatt.

In der Silvesternacht wurden darüber hinaus vier junge Männer in der Innenstadt auffällig, als sie einen Bediensteten der Sicherheitswacht anpöbelten und beleidigten. Bei der anschließenden Festnahme durch die Polizei seien vier Beamte leicht verletzt worden. Nach Wochenblatt-Informationen soll es sich bei diesem aggressiven Quartett um Mitglieder des EVL-Fanclubs „Commando Süd“ – kurz: CS – gehandelt haben.

Scheibenzuber: „Bei den festgenommenen Personen handelt es sich um Rädelsführer der Landshuter Ultra-Szene.“ Diese Fangruppierung war in der Vergangenheit bereits mehrfach negativ aufgefallen, und einige „Fans“ seien deshalb sogar mit – teils bundesweiten – Stadionverboten belegt worden. Nicht nur der Sicherheitsdienstler soll antisemitistisch beleidigt worden sein. Es sollen zudem Parolen wie „Das Commando Süd hat in Landshut die Macht“, „Landshut ist unsere Stadt“ oder „Die Polizisten gehören in der Isar ertränkt“ gefallen sein.

Das war aber noch nicht alles. Laut Polizei habe sich diese Fangruppierung für das Auswärtsspiel in Frankfurt am vergangenen Freitag einen Doppeldecker-Bus gemietet. Und das, obwohl gleichzeitig ein Sonderzug mit über 550 Zuschauern aus Landshut in die Mainmetropole gestartet war.

Josef Wild von der PI Landshut: „Das Commando Süd wollte man anscheinend im Zug nicht dabei haben.“ Daraufhin seien 69 Personen – darunter acht Jugendliche – mit dem gecharterten Bus nach Hessen aufgebrochen. Wild: „Im Bus saßen 25 Leute, die Stadionverbot haben, und weitere rund 15 Fans aus Olten in der Schweiz.“ Schließlich gebe es eine „Fanfreundschaft“ zwischen dem EVL und Olten, wobei bereits 17 Landshuter in allen Schweizer Fußball- und Eisstadion für zwei Jahre Hausverbot hätten.

Die hessische Polizei habe den Landshuter Bus frühzeitig abgefangen und kontrolliert, nachdem auf mehreren Rastplätzen mit Feuerwerkskörpern herumgeballert worden war, fügt Polizeisprecher Patrick Baumgartner an. So konnte eine Vielzahl der Fans vom Stadion ferngehalten werden. Und diejenigen, die ins Eisstadion durften, seien postwendend negativ aufgefallen, „weil sie nicht wie üblich in den Gästeblock wollten“, so Baumgartner weiter.

Nach einer Rangelei mit Ordnern sowie rechtsradikalen Parolen wie „Heil Hitler“ und dem Hitlergruß seien weitere Landshuter Ultras aus dem Frankfurter Stadion geworfen worden. Aufgrund der jüngsten Vorfälle hat sich mittlerweile die Kripo Landshut eingeschaltet.


0 Kommentare