31.10.2013, 15:23 Uhr

Jeffrey Backus über seinen großen Namen und den „Häuptling der Indianer“ „Ich bin ein stolzer Landshuter“

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Jeffrey Backus, Sohn der lebenden Schlager-Legende Gus Backus, hat seine Zelte in Landshut aufgeschlagen.

LANDSHUT Er trägt einen berühmten Namen, aber eine Last scheint das nicht zu sein. Jeffrey Backus (Bild o.) hat schon so gut wie alles erlebt. Die gleißenden Rampenlicht-Scheinwerfer an der Seite seines berühmten Vaters Gus Backus. Das harte Brot des Straßenmusikanten in Nashville. Das Leben aus dem Koffer, auf Tour mit seinem Vater oder als professioneller Countrymusiker. Wo er nicht schon überall gelebt hat: in Eggenfelden, im Country-Mekka Nashville, in London, Kassel, Wolfsburg und Berlin. Im Juli vergangenen Jahres ist Jeffrey Backus schließlich in Landshut gelandet. Mit seiner Lebensgefährtin wohnt er unweit des Hauptbahnhofs. Und schmiedet schon wieder Pläne.

„Da sprach der alte Häuptling der Indianer“, die „Sauerkraut-Polka“ das waren die größten Hits seines Vaters. Unbeschwerte Schlager in der Wirtschaftswunderzeit, gesungen mit dem knödelnden Einschlag des gebürtigen Amerikaners. Das kam an, damals. Und Sohnemann Jeffrey war schon in jungen Jahren mit von der Partie, stand mit seinem Vater auf der Bühne.

„Der große Name läuft mir von Anfang an hinterher“, sagt Backus Junior. Was verbittert klingen könnte, kommt vom 43-Jährigen mit einem leisen Lächeln. Denn Jeffrey hat immer gerne Musik mit seinem Vater gemacht. Und macht das auch heute noch. Gerade arbeiten sie an einem gemeinsamen Projekt – einer neuen CD. Eher jazzig und spontan soll sie werden. Hier der berühmte Gus Backus, mittlerweile 76 Jahre alt, aber immer noch auf der Bühne. Dort der Filius, IT-Spezialist von Beruf, für den Musik mittlerweile nur noch „Hobby plus große Leidenschaft“ ist.

„Er wird bis zum Umfallen die Sauerkraut-Polka singen müssen“, schmunzelt Jeffrey. „Und ich, ich singe den ‚Häuptling‘ nicht mehr, wirklich nicht“, schiebt er hinterher. Was weder verzweifelt noch trotzig klingt. Eher so eine Art Absichtserklärung. Denn Jeffrey Backus ist ein Mensch von der Sorte „Eigentlich kann ich niemandem eine Bitte abschlagen“. Und würde sich jemand den „Häuptling“ wünschen...

In Landshut will Jeffrey Backus sesshaft werden. IT-Job bei einer Firma in München, privates Glück mit der Lebensgefährtin in der Drei-Helmen-Stadt – das kann er genießen. Was sie bislang von ihrer neuen Heimatstadt mitbekommen haben? „Die Landshuter Hochzeit natürlich, und das war schon ein Spektakel.“ Jeffrey kann seiner neuen Heimat bislang nur Gutes abgewinnen: „Es ist eine wunderschöne Stadt in einer schönen Gegend.“ „Ich bin ein stolzer Landshuter“, hat er auf seine Autogrammkarte geschrieben. Und ein Smiley dahinter gemalt.

Aber Jeffrey würde nicht Backus heißen, würde keine Musik mehr in seinem Kopfkino spielen. Country Music ist es, der sein Herz gehört. Damit hat er sich einen eigenen Namen gemacht. Damit will er auch wieder auftreten. Ob als Solist oder mit einer Band – wer weiß. Jeffrey Backus weiß nur eins: „Ich will es nicht mehr so krass haben wie damals.“ Als er mit seinem Vater tourte. Und als er in Nashville um seine Existenz spielte.

Aber Ehrgeiz steckt noch immer tief in ihm drin. Erst am vergangenen Wochenende hat er an den Country Music Euro Masters in Neustadt/Wied teilgenommen. Einem europäischen Wettbewerb, bei dem es Jeffrey unter die zwölf Finalisten geschafft hat. Beim internationalen deutschen Country Music Award in der Westernstadt Pullman City in Eging am See (15. bis 17. November) ist Backus auch im Rennen. Und dann ist da noch das Projekt mit dem Vater. Und eine CD mit Country-Covers. Und eine CD mit eigenen Songs. Und, und, und. Langweilig wird es Jeffrey Backus auch in Landshut garantiert nicht.


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