30.10.2013, 11:13 Uhr

Kein VIB und ROL: Landkreisbürger sind neidisch auf die Nachbarn "Role" träumt immer noch von ROL-E

Roland Pernecker aus Rottenburg hofft auf die Wiedereinführung des Alt-Kennzeichens ROL. Foto: Tobias GrießerRoland Pernecker aus Rottenburg hofft auf die Wiedereinführung des Alt-Kennzeichens ROL. Foto: Tobias Grießer

Es ist schon kurios: Viele Vilsbiburger und Rottenburger schauen neidisch über die Landkreisgrenze, weil sich dort nicht wenige längst die Alt-Kennzeichen VIB und ROL an die Autos montiert haben. Was in den Landkreisen Kelheim und Rottal-Inn möglich ist, bleibt aber den hiesigen Landkreisbürgern verwehrt.

ROTTENBURG/VILSBIBURG Denn Landrat Josef Eppeneder und der Kreistag hatten sich vehement gegen die Einführung der früheren Kennzeichen ausgesprochen. Schließlich sollte das, was nun seit der Gebietsreform vor 40 Jahren zusammengewachsen sei, nicht mehr auseinandergerissen werden. Würden die Alt-Kennzeichen die gewachsene gemeinsame Identität zerstören?

Roland Pernecker aus Rottenburg ist da anderer Meinung: „Wir sind Landshuter Landkreisbürger mit Leib und Seele. Aber ein ROL-Nummernschild wäre mehr als nur ein liebevolles Detail. Es würde unsere Verbundenheit zur Stadt Rottenburg ausdrücken.“ Deshalb könne er nur den Kopf schütteln, wenn er Fahrzeuge aus wenige Kilometer entfernten Orten mit ROL-Nummernschildern sehe und ihm selbst – der direkt in Rottenburg aufgewachsen ist – das traditionsreiche „ROL“ verwehrt bleibe. Pernecker zum Wochenblatt: „Nur fünf Kilometer weiter dürfen sich die Leute die ROL-Schilder holen, weil sie im Landkreis Kelheim wohnen. Das ist doch ein Witz!“

Ein gespielter Witz durchaus – aber eben auch Tatsache. Dabei können die Kelheimer Nachbarn die abwehrende Haltung der Landshuter nicht verstehen. Siegfried Lösch, Leiter der Kfz-Zulassungsstelle Kelheim: „Die Umrüstung auf die Alt-Kennzeichen war kein allzu großer Aufwand. Nur am Anfang bei der EDV-Umstellung sitzt man halt mal zwei, drei Stunden. Aber im laufenden Geschäft spielen die Alt-Kennzeichen keine Rolle.“ Schließlich laufe die Abwicklung genauso wie bei herkömmlichen Wunschkennzeichen EDV-gesteuert. Lösch zum Wochenblatt: „Das ist nur ein Knopfdruck.“

Allerdings hatte gerade die Stadt Mainburg beim Startschuss Mitte Juli einen massiven Ansturm abzufangen. „Nach zwei, drei Wochen harter Phase hat sich das Ganze aber eingependelt“, so Lösch.

Mittlerweile wurden im Landratsamt Kelheim mehr als 1.600 MAI-Kennzeichen (für Mainburg) ausgegeben, rund 220 RID-Schilder (für Riedenburg), gut 120 ROL-Kennzeichen (Rottenburg) und eine Handvoll PAR-Kennzeichen (Parsberg). In der Summe also knapp 2.000 Alt-Kennzeichen seit Mitte Juli. Mittlerweile wurden übrigens 262 Kennzeichen deutschlandweit reaktiviert. „Die Leute sind stolz, zufriedener und heimatverbunden“, hat Siegfried Lösch im Landkreis Kelheim festgestellt.

Alles andere als zufrieden ist dagegen Roland Pernecker, der immer noch hofft, irgendwann doch noch ein ROL-Kennzeichen an sein Auto schrauben zu können. „Schon als Bub wollte ich immer ROL-E am Auto haben – schließlich ist ,Role‘ mein Spitzname. Und ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben.“

Denn im kommenden Jahr werde der neue Landrat gewählt. Da erhofft sich Pernecker ein Umdenken im Landshuter Landratsamt. Und weil es keine Frist für Anträge auf die Einführung von Alt-Kennzeichen gebe – das bestätigte das Bayerische Innenministerium auf Wochenblatt-Anfrage – darf „Role“ Pernecker weiter auf sein ROL-E hoffen ...


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