28.10.2014, 17:13 Uhr

Übung Öl in der Donau – das THW Kelheim ist für alle Ernstfälle gerüstet

Foto: Gabriele ScholtzFoto: Gabriele Scholtz

Öl in der Donau! Mit Blaulicht und Sirene rücken 20 Mann vom Technischen Hilfswerk (THW) und vier Lkws an, um den Schaden zu bekämpfen: Eine Großübung im Rahmen des ersten Lehrgangs für künftige Berater bei Ölschäden in Binnengewässern, der vom Ortsverband Kelheim initiiert wurde.

KELHEIM Über zweieinhalb Stunden dauert der Aufbau. Herzstück der Anlage, die auf dem Volksfestplatz in Kelheim installiert wird, ist die "Sepcon 20-40/20-DE-AE". Die Technik in dem Container mit dem sperrigen Namen, vermag es, Öl von Wasser zu trennen: 40 Kubikmeter des gefährlichen Gemischs reinigt sie pro Stunde. Das Ergebnis: 99.999 Prozent Reinheit. Als Trinkwasser zwar noch nicht tauglich, nach der anschließenden Restreinigung in der Kläranlage allerdings zu 100 Prozent.

Anlage bewährte sich beim Hochwasser 2013

Das THW Kelheim gehört zu den fünf Ortsgruppen in ganz Deutschland, die über eine solch wirksame Waffe im Kampf gegen Umweltkatastrophen durch Öl verfügt. Seit 2008 ist sie Teil der Ausstattung, im vergangenen Jahr kam das technische Wunderteil zu seinem ersten Einsatz. Die Anlage bewährte sich im Juni 2013 bei der Hochwasserkatastrophe in Passau und Deggendorf.

Beim Aufbau und während der Übung schwebt eine Drohne über dem Geschehen. Das Gerät ist mit einer Kamera bestückt. Eine von neun weiteren die THW-Pressesprecher Andreas Jung eingesetzt hat. Per Video und mit Fotos dokumentieren sie das Geschehen. Später werden daraus Lehrfilme zusammengeschnitten und Lehrblätter illustriert. Mit seiner hochmodernen Ausrüstung will die THW-Ortsgruppe auch in der Ausbildung die Nase vorn haben.

Einsätze dauern oft rund um die Uhr

Neben der Ölseparationsanlage sind noch ein geländegängiger Stapler im Einsatz, der auch steile Dämme überwinden kann, drei Behälter, die 50.000 und 30.000 Liter Öl-Wassergemisch aufnehmen können, diverse Pumpen und Messgeräte sowie drei Zelte. In einem davon werden die Helfer in Schutzanzügen von den Schadstoffen gereinigt, ehe sie sich wieder ihre Alltagskluft überziehen dürfen. Ein anderes dient zur Erholung. Schließlich fordern solche Einsätze im Ernstfall oft Aktivität rund um die Uhr. In dem dritten Zelt lassen sich die Lkws registrieren, die das belastete Wasser anliefern.

Auch die Übung hat am Ende die Mannschaften jede Menge Kraft gekostet. Bis zum Einbruch der Dunkelheit schuften die THW-ler, bis das gesamte Szenario realitätsgenau durchgespielt ist.


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