13.10.2014, 11:37 Uhr

Natur und Umwelt Naturoase auf ehemaligem Schießplatz der US-Armee?

Foto: Peter UrbanFoto: Peter Urban

Das sogenannte "Bombodrom", einstiger Luft- und Bodenschießplatz im Dürnbucher Forst soll Naturoase werden. Das wünscht sich der Markt Siegenburg, zu dessen Gemeindegebiet das 228 Hektar große Gelände seit Januar dieses Jahres gehört. Bürgermeister Dr. Johann Bergermeier weiß jedenfalls: "Es wird wohl in die Bundesstiftung Natur übergehen."

SIEGENBURG Bis Ende dieses Jahres, so vermutet der Rathauschef, wird der ehemalige Luft- und Bodenschießplatz der US Air Force allerdings erst Besitz des Bundes übergehen. Dann entscheiden die Verantwortlichen in Berlin, was grundsätzlich schon jetzt feststeht: Hier darf sich die Natur austoben. Das konnte sie bereits während das Militär hier trainierte. Daher entwickelte sich auf dem meist sandigen Areal eine seltene Flora und Fauna. Auch der Landkreis befürwortet dort deshalb ein Naturschutzgebiet.

Schießplatz soll ohne Altlasten sein

Im Flächennutzungsplan soll der Platz als sogenanntes Wasservorranggebiet ausgewiesen werden. Das sichert die Versorgung der Bevölkerung mit dem hochwertigen Trinkwasser, das aus den Tiefen des Dürnbucher Forsts sprudelt. Altlasten birgt der einstige Schießplatz offensichtlich nicht. Das jedenfalls ergaben die Gutachten des Wasserwirtschaftsamtes Landshut aus dem Jahr 2005 und ein mehrjähriges durch das staatliche Bauamt in Regensburg, das die Air Force in Auftrag gegeben hatte, das ich von 2007 bis 2012 hinzog.

"Bombodrom" hat eine bewegte Geschichte

Der Luft- und Bodenschießplatz war seit 1937 in Betrieb. Zuerst für die Reichsluftwaffe, dann für die Luftwaffe von Bundeswehr und US Air Force. Vor Ende des Zweiten Weltkriegs sollen hier größere Mengen Munition vergraben worden sein. Danach beschlagnahmten die US-Streitkräfte den Platz, in den 50er Jahren ging er wieder in Besitz der Bundesrepublik über. Die stellte ihn dann der US-Armee für deren Trainingszwecke zur Verfügung. Im Rahmen von Übungen der NATO wurde das "Bombodrom" auch für Übungen der deutschen Luftwaffe und der Pionierschule des Heeres genutzt.


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