01.07.2013, 14:24 Uhr

FW-MdL Schweiger zu Besuch bei Bürgerenergiegenossenschaft „Energiewende selbst in die Hand nehmen”

Foto: Büro SchweigerFoto: Büro Schweiger

Geht es nach den Freien Wählern, nehmen die Bürger die Energiewende selbst in die Hand. Im Rahmen ihrer Themenreise durch den Landkreis Regensburg und die Region, lud MdL Tanja Schweiger zur Ortsbesichtigung in den Solarpark bei Saalhaupt.

SAALHAUPT Gerne hätte sie dies im Landkreis Regensburg getan. Ein vergleichbares Projekt sei dort jedoch noch nicht vorhanden. „Mit der Energieoffensive der Freien Wähler starteten die Freien Wähler bereits lange vor Fukushima eine Informationsreihe und riefen bayernweit dazu auf, die Energiewende selbst in die Hand zu nehmen”, heißt es. Energie müsse vor Ort erzeugt werden, statt in Off-Shore-Parks, die dann Geld bekommen, ohne Energie einzuspeisen und zudem lange Transportwege benötigten.

Methanisierung oder „Power-to-Gas" sei das Zauberwort, so Tanja Schweiger, die die Lösung der Speicherproblematik darin sieht, überschüssige Energie durch kostenlosen Wind oder Sonnenenergie in den Methanisierungsprozeß zu stecken, statt die Anlagen vom Netz zu nehmen. Die Speicherkapazität der Erdgasspeicher im deutschen Erdgasnetz im April 2010 wurde von der Fraunhofer-Gesellschaft mit über 200 TWh angegeben, was mehreren Monaten des Bedarfs entspricht. Hier ist also noch eine Menge Potential vorhanden.

Vorstandsmitglied Harald Hillebrand von der Bürger-Energie-Genossenschaft im Landkreis Kelheim (Bengel-KEH e.G.), ein Parteikollege von Schweiger und als Landtagskandidat derzeit aktiv, stellte die genossenschaftliche Idee vor, die dazu beitragen soll, dass sich die Region gemäß dem Wunsch von Tanja Schweiger, „bis 2030 zu hundert Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien“ versorgen kann. Derzeit habe die Genossenschaft 296 Mitglieder. Das Einlagenvolumen liege bei knapp über einer Million Euro, das investierte Kapital bei rund dreieinhalb Millionen Euro. Wer Mitglied werden will, sei mit einer Einlage von mindestens 500 Euro dabei. Bengel produziere derzeit regenerativen Strom für ca. 1750 Menschen, also 5-6 mal mehr als die Mitglieder selber verbrauchen. Würde das jeder machen, sei die Energiewende schnell geschafft.

Die Idee, betonte Tanja Schweiger, sei letztlich sehr einfach: Die Energie liefere die Natur, es fallen „in erster Linie Investitionskosten“ an. Und die Wertschöpfung bleibe in der Region. „Bei voller Ausschöpfung des Potenzials an erneuerbaren Energien“ seien das laut einer Studie der Universität Jena jährlich über 400 Millionen Euro in Stadt und Landkreis Regensburg. Dieses Geld ist für unsere Region wichtig und sollte nicht abfließen. Wolle man das Geld für Energie – statt es in Länder wie Russland (Erdgas) oder in die Scheichtümer (Erdöl) zu überweisen – in der Region lassen und zusätzlich vor Ort Arbeitsplätze schaffen sowie den eigenen „Kindern eine lebenswerte Zukunft sichern“, müsse jetzt gehandelt werden: „Die Energiewende kann nicht weiter vertagt, sondern muss zu einer Bewegung werden, die die Bürger in die Hand nehmen“.

So vermeintlich einleuchtend der Gedanke sei, so schwierig gestalte sich die Umsetzung. Tanja Schweiger führt das darauf zurück, dass die Energiewende in der Vergangenheit nur halbherzig voran getrieben wurde. Die Bundesregierung verspricht viel und macht das Gegenteil. Durch die Lobbypolitik profitieren Großkonzerne und die Bevölkerung zahlt drauf. Doch die knapper werdenden fossilen Rohstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas zwingen nach Überzeugung der Freien Wähler zum Handeln, deshalb treten die Freien Wähler mit einer glaubwürdigen Energiepolitik an.

Neben anderen bereits praktizierten Beispielen könne „Bengel“ als Vorbild dienen. Hier werde nämlich bereits eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Energiewende in der Region realisiert: „Alle Bürgerinnen und Bürger sollen die Möglichkeit haben, sich an der Energiewende zu beteiligen und mit entscheiden, wie diese vor Ort umgesetzt werden kann“. „Bengel“ betreibe nicht nur mehrere Photovoltaik-Anlagen, sondern sei auch an einem Windrad beteiligt. Um allerdings den investierenden Bürgern Sicherheit in Bezug auf Planung und Finanzierung zu gewähren, braucht man verlässliche Zahlen und keine rückwirkenden Änderungen.

Es dürfe nicht sein, dass den bereits in der Planung befindlichen Projekten die Grundlage entzogen wird, forderte Tanja Schweiger. Die aktuelle Diskussion um die Abstände der Windräder auf zwei Kilometer von jeglicher Bebauung bei dem gleichzeitigen Ziel, 1.500 Windräder in Bayern zu installieren und still und heimlich die Kapazitäten beim Atomkraftwerk in Gundremminungen zu erhöhen, zeige die Unglaubwürdigkeit dieser Staatsregierung bei einem Jahrhundertprojekt wie dem Ausstieg aus der Atomenergie.

Wer sich für eine Mitgliedschaft bei Bengel interessiert, findet im Internet unter www.bengel-keh.de erste Informationen. „Ein Grundpfeiler bei uns ist“, betonte Harald Hillebrand: "ein Mitglied – eine Stimme", unabhängig von der Höhe der Einlage oder ob jemand privat oder als Kommune Mitglied ist.


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