06.04.2017, 14:52 Uhr

Gesundheit Fachambulanz für Suchtprobleme der Caritas bietet Angehörigengruppe an

Foto: Sarah Sophie Ruppert, Caritas KelheimFoto: Sarah Sophie Ruppert, Caritas Kelheim

Erneut bietet die Fachambulanz für Suchtprobleme des Caritasverbandes für den Landkreis Kelheim e. V. (Caritas Kelheim) die Angehörigengruppe an.

LANDKREIS KELHEIM Die Beratungsform, beginnend am 20. April, richtet sich an alle Personen, die in ihrer Familie oder im nahen Freundeskreis einen suchtgefährdeten oder suchtkranken Angehörigen haben. Interessierte, die sich nicht sicher sind, ob ihr Angehöriger ein riskantes Konsumverhalten hat, sind herzlich im Sozialzentrum Kelheim zum Veranstaltungsstart willkommen.

Die tägliche Arbeit der Beraterinnen und Berater der Fachambulanz für Suchtprobleme zeigt, dass Betroffene und Angehörige einen langen, schwierigen Weg hinter sich haben, bis sie schlussendlich um Hilfe beten. Die Hilfsangebote für einen Betroffenen sind vielfältig und reichen von stationärer und ambulanter Therapie bis hin zu Selbsthilfegruppen und betreutem Wohnen.

Für Angehörige sieht die Realität leider oft anders aus: Auch sie haben jahre- oder jahrzehntelang mit der sich schleichend entwickelnden Suchterkrankung gelebt, haben viele Gespräche mit dem Betroffenen geführt, gedroht, geschimpft und geschmeichelt. Sie haben versucht, die Folgen der Suchterkrankung möglichst gering zu halten, haben für den Betroffenen gelogen, ihn entschuldigt oder Schuld auf sich genommen. Sie haben nach Verstecken gesucht, Flaschen entleert und versucht den Betroffenen zu kontrollieren und das Leben möglichst normal aussehen zu lassen.

Alles nachvollziehbare Verhaltensweisen, die das Familienmitglied schützen sollen – nur helfen tun sie in der Regel nicht. Im Gegenteil: In der einschlägigen Literatur oder beim Gespräch in der Beratungsstelle erfahren Angehörige, dass sie sich in einer Co-Abhängigkeit befinden und dazu beigetragen haben, das Suchverhalten aufrecht zu erhalten. In der Angehörigengruppe ist Raum und Zeit, sich mit anderen Geschädigten auszutauschen. Da das Suchtthema sehr schambesetzt ist, ist es für manche eine große Erleichterung festzustellen, dass es in betroffenen Familien zu den gleichen oder ähnlichen Problemen gekommen ist. 

Weiterhin werden beim Treffen Informationen über die Entstehung einer Suchterkrankung und der Behandlung gegeben. Es wird über günstiges Verhalten und Handlungsalternativen Angehöriger gesprochen. Da die Kommunikation mit den Betroffenen durch jahrelange Streitigkeiten meist sehr belastet ist, nach bestimmten Mustern abläuft und oft wenig gewinnbringend ist, fließen auch Inhalte aus der gewaltfreien Kommunikation in jede Gruppenstunde mit ein. 

Die kostenfreie Gruppe findet an fünf aufeinanderfolgenden Donnerstagen von 20. April bis 18. Mai jeweils von 16 bis 17.30 Uhr im Besprechungsraum im Erdgeschoss des Caritas-Sozialzentrums Kelheim statt. Für weitere Informationen und die Anmeldung steht Ihnen die Gruppenleiterin Gabriele Spohr, Diplom-Sozialpädagogin, unter der Telefonnummer 09441/ 500725 gerne zur Verfügung.


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