06.06.2011, 11:40 Uhr

Söder zeichnet Langquaid aus „Bayern dauerhaft gentechnikanbaufrei”

Der bayerische Umweltminister Dr. Markus Söder hat den Markt Langquaid als Gentechnikanbaufreie Kommune ausgezeichnet.

LANGQUAID Söder übergab das Logo – in Gestalt eines Emailschildes – und eine Urkunde an Bürgermeister Herbert Blascheck und Umwelt- und Verbraucherschutzreferent Peter-Michael Schmalz.

Bereits seit dem Jahr 2002 achtet der Markt Langquaid darauf, dass auf Flächen des Marktes kein genmanipuliertes Saatgut ausgebracht wird. Im Jahr 2006 wurde dazu auch einstimmig ein formeller Beschluss gefasst, der besagt, dass aus Gründen des Gesundheitsschutzes von Tier und Mensch, zur Stärkung der kleinbäuerlichen Strukturen und zur Vermeidung von Abhängigkeiten der Landwirte von Gen-Saatgut-Konzernen auf Flächen des Marktes Langquaid kein genmanipuliertes Saatgut ausgebracht werden darf. In alle Pachtverträge des Marktes ist ein diesbezügliches Verbot aufgenommen.

Darüber hinaus ist der Markt Langquaid Gründungsmitglied im Netzwerk Gentechnikfreie Zone Landkreis Kelheim. Dieses Netzwerk wurde am 2006 auf Initiative von Umwelt- und Verbraucherschutzreferent  Peter-Michael Schmalz zusammen mit dem Träger des Alternativen Nobelpreises, dem kanadischen Farmer Percy Schmeiser gegründet. Der Markt Langquaid bietet aber auch Informationsveranstaltungen für die örtliche Landwirtschaft an, in denen beispielsweise über wirtschaftliche und gesundheitliche Risiken der Gentechnik in der Landwirtschaft informiert wird. 

Staatsminister Dr. Markus Söder betonte bei der Verleihung des Gütesiegels an 35 Kommunen aus Ober- und Niederbayern in Rosenheim, dass die zahlreichen freiwilligen Initiativen in bayerischen Gemeinden, Städten und Landkreisen ein wichtiges Signal für ein gentechnikanbaufreies Bayern setzen.

Rund 100 bayerische Kommunen haben einen Beschluss gefasst, auf eigenen Flächen keine gentechnisch veränderten Pflanzen anbauen zu wollen. Künftig können diese Kommunen unter einem einheitlichen Logo auftreten, um als gemeinsame Initiative verstärkt in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, so Söder.

In Bayern gab es im vergangenen Jahr erstmals seit 1993 keine Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen. „Jetzt müssen wir sicherstellen, dass Bayern dauerhaft gentechnikanbaufrei bleiben kann”, so Söder. Der Bund müsse dazu das Recht, eigenständig Abstände zwischen Feldern mit und ohne Gentechnik festlegen zu können, auf die Länder übertragen. Dies sei im Koalitionsvertrag vereinbart worden.

Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ist laut Söder mit dem Erhalt der kleinteiligen Landwirtschaft sowie der Vielzahl naturnaher und sensibler Lebensräume in Bayern nicht vereinbar. Die bislang verfügbaren, gentechnisch veränderten Pflanzen böten keinen Mehrwert für bayerische Landwirte. Stattdessen drohe die Landwirtschaft von globalen Saatgutherstellern abhängig zu werden. Zudem seien Umweltrisiken und wirtschaftliche Risiken der Grünen Gentechnik nicht ausreichend geklärt. 

Der Markt Langquaid ist die einzige Kommune im Landkreis Kelheim, die als Gentechnikanbaufreie Kommune ausgezeichnet wurde.

Das Foto zeigt die Herren Söder, Blascheck und Schmalz. 


0 Kommentare