12.07.2018, 12:08 Uhr

IHK schlägt Alarm Rekordzahl an Lehrstellen bleibt im Landkreis Freising unbesetzt

(Foto: Heinz)(Foto: Heinz)

Bereits zwei Monate vor Beginn des Ausbildungsjahres ist laut der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern (IHK) absehbar, dass im Landkreis Freising eine Rekordzahl an Lehrstellen unbesetzt bleiben wird.

FREISING Aktuell stehen 512 unbesetzten Lehrstellen nur noch 289 unversorgte Schulabgänger gegenüber, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur zu Ende Juni hervorgeht. Die Lücke von derzeit über 220 fehlenden Bewerbern ist binnen Jahresfrist um 68 Prozent gewachsen. Vor einem Jahr lag die Differenz bei 132 Bewerbern.

„Aufgrund der guten Konjunktur gibt es ein ausgesprochen großes Angebot an Lehrstellen quer durch alle Branchen. Viele Unternehmen bieten wegen des steigenden Fachkräftemangels reichlich Ausbildungsplätze an. Der dringend benötigte Nachwuchs ist jedes Jahr aber schwerer zu bekommen“, stellt Otto Heinz, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des Regional-ausschusses Erding-Freising, fest. „Den bislang erfolglosen Bewerbern um einen Ausbildungsplatz stehen im Endspurt der Betriebe um die Azubis noch viele Türen offen“, so Heinz weiter.

Viele Betriebe würden auch Schulabgängern mit weniger guten Zeugnissen eine Chance geben und bieten beispielsweise ausbildungsbegleitende Nachhilfe an. Der Moosburger Unter-nehmer ermutigt Schüler und Eltern, sich langfristig über die Karrierechancen einer Berufs-ausbildung zu informieren, und Praktikumsangebote der Betriebe zu nutzen. Gleichzeitig appelliert er an die Bildungspolitiker, energischer für die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung einzutreten. „Wir brauchen ein grundlegendes gesellschaftliches Umdenken. Dazu gehört, dass neben den wichtigen Investitionen in Hochschulen auch die Berufs-schulen zügig eine deutlich bessere Ausstattung bekommen. Außerdem müssen attraktive Ausbildungsformate für Abiturienten wie das duale Studium noch bekannter werden“, so Heinz.

Die Arbeitsagenturzahlen beziehen sich auf alle Bereiche der beruflichen Bildung. Davon ist der IHK-Bereich mit aktuell über 1.700 Azubis in den Berufen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Landkreis der größte. Diese Sektoren stehen für mehr als 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Es folgen Handwerk und freie Berufe.


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