28.07.2011, 14:44 Uhr

Attachinger haben die Qual der Wahl 3. Startbahn: Entweder Umbau oder Umzug

Der Schock sitzt tief im beschaulichen Attaching. Seitdem die Regierung am Dienstag den Bau der dritten Startbahn genehmigt hat, stehen die Telefone bei den Anwälten nicht mehr still.

ATTACHING Empörte Bürger gehen auf die Barrikaden. Mehr denn je. Sie fühlen sich betrogen und hintergangen. Besonders im Freisinger Stadtteil Attaching, das direkt an die dritte Startbahn angrenzt und am meisten betroffen wäre. Wohl auch deshalb hat die Regierung in Attaching ein "Entschädigungsgebiet" festgelegt. 

Den Grundstückseigentümern in diesem Entschädigungsgebiet bleibt die Qual der Wahl: Wollen Sie, dass die Flughafen München GmbH (FMG) ihnen Schallschutzfenster einbaut? Oder verkaufen sie ihre Bleibe? In letzterem Fall gilt der Wert der jeweiligen Immobilie aus dem Jahr 2007, als der Flughafen den Ausbau beantragte. 

Sollte sich die Mehrheit der entsprechenden Eigentümer für einen Verkauf entscheiden, würde das die FMG teuer zu stehen kommen. Dort hatte man nämlich ursprünglich mit lediglich 35 Grundstücken gerechnet, die in dieses Entschädigungsgebiet fallen würden. Tatsächlich hat die Behörde das Gebiet aber weiter gefasst als üblich, so dass nun rund 100 Grundstücke zu entschädigen wären. Ein Faktor, der die ursprüngliche Kalkulation der FMG ins Wanken geraten lassen könnte. Denn Flughafen-Chef Dr. Michael Kerkloh hatte zuletzt als Investitionssumme für die dritte Startbahn immer wieder von einer Milliarde Euro gesprochen. Laut Kerkloh sollten davon rund 50 Prozent für Entschädigungen, Lärmschutz- und Ausgleichsmaßnahmen aufgewandt werden. 


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