26.07.2016, 16:44 Uhr

Prozess wegen Messer im Bauch Heimtücke-Mordversuch im Heim für Asylbewerber?

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Der blutige Streit zwischen zwei Pakistanern in Freising endete für einen von ihnen beinahe tödlich.

LANDSHUT / FREISING Nur der sofortigen Hilfe eines Notarztes und einer Not-OP im Freisinger Klinikum hat ein Pakistaner (29) sein Leben zu verdanken. Ohne, hätte er den Angriff eines Landsmannes (40) mit einem Messer nicht überlebt. Der sitzt nun zusammen mit einem weiteren Asylbewerber (32), der den Messerstecher zumindest „angefeuert“ haben soll, vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 40-jährigen versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor, dem 32-Jährigen Anstiftung dazu. Entscheiden soll die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Landshut.

Ein Blick zurück: Wir schreiben den 2. Februar 2016. Es ist etwa 20.45 Uhr, als das Opfer und der Hauptangeklagte auf dem Gelände einer Freisinger Asylbewerberunterkunft zum x-ten Male aneinandergeraten. Sie streiten, schreien sich an. Dann soll der 40-Jährige laut Staatsanwaltschaft ein Messer mit einer Klingenlänge von 11,5 Zentimeter gezogen und es seinem Opfer in den Oberbauch gerammt haben. Dabei sei er von dem 32-Jährigen angefeuert worden.

Der Hauptangeklagte, so die Anklage weiter, habe versucht, ein zweites Mal zuzustechen. Daran hätten ihn andere Bewohnern der Unterkunft gehindert.

Der Stich hat das Zwerchfell und die rechte Herzkammer verletzt. Ohne sofortige ärztliche Versorgung wäre Schwerverletzte bald gestorben.

Zum Prozessauftakt gaben die Verteidiger Patrick Schladt und Dr. Thomas Krimmel für den Messerstecher eine kurze Erklärung ab. Dieser räume sowohl den Streit, als auch den Messerstich ein und bedauere den Vorfall. Der Stich sei aber keinesfalls mit Tötungswillen geführt worden.

Verteidiger Dr. Martin Paringer erklärte im Namen des Mitangeklagten, dass man vor dem Streit Whisky getrunken habe. Beim Messerstecher wurden nach der Tat rund 1,2 Promille festgestellt. Am frühen Abend habe es dann Streit gegeben. Der schaukelte sich hoch und so ergab eins das andere. Ein Messer habe er nicht gesehen. Erst, als Blut floss, wurde ihm bewusst, was geschehen war. „Ich habe ihn nicht aufgefordert oder angefeuert, zuzustechen. Im Gegenteil, ich habe mich bemüht, zu schlichten.“

Im Anschluss auf die detaillierte Beschreibung des Tatherganges wies die Kammer darauf hin, dass es sich bei dem Vorfall auch um einen Heimtücke-Mordversuch handeln könnte.

Der Prozess soll am Mittwoch, 27. Juli, fortgesetzt werden.


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